Teil eines Werkes 
2. Band, Der Bastard : eine deutsche Sittengeschichte aus dem Zeitalter Kaiser Rudolph des Zweiten : 3. Theil (1838) Der Mann und seine Rache
Entstehung
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aber mich betrifft, Herr Markgraf, ſo danke ich für Eure Sorge. Ich bedarf keines Hüters.

Der Markgraf wiegte ſich bequem in ſeinem Seſſel und lächelte.Eines Beſchützers werdet Ihr Euch doch nicht erwehren? fragte er.Der Herr von Herbenſtein wird dieſes Amt bei Euch verſehen, und damit iſt es gut. Der Prinz ſcheint mir jedoch nicht ganz zufrieden mit meinem Vorſchlage. Ihr habt Unrecht, Vetter Bernhard. Müßt dem Vaterland Euere Schuld abtragen; müßt im Feldlager Beſonnenheit⸗ Geiſtesgegenwart und die Kunſt lernen, wie man rüſtig bei dem Humpen aushalten möge. Sonſt müßt Ihr jedes Gelage fliehen wie den Tod, und werdet hinter dem Herrn von Keppenbach zurück bleiben, der, obgleich ein Damenhöfling ſeines Handwerks, mir zu Liebe den edeln Rheinwein ſchluckt und ſchlingt, wie der Wallfiſch in meinem Bilderſaale den Propheten Jonas.

Ihr rümpft die Naſe? Hört meinen letzten Grund, und ich wette, Ihr werdet geſchmeidiger. Der Kaiſer zählt auf Euere Einwilligung; ſie wird Euch ſeine Gnade erwerben, die Euch das tolle Betragen Euers Schwagers Kaunitz ent⸗ zogen hat, vielleicht auf immer, benutzt Ihr nicht die Gelegenheit. Baut vor, als ein kluger und geſcheiter Mann. Der jetzige Herrſcher lebt nicht ewig; Matthias, ſein Nach⸗ folger, kränkelt an unheilbarem Siechthum; kömmt der Ferdinandus an die Reihe, ſo gehts mit Feuer und Schwert an die Proteſtanten der Erblande. Mähren wird nicht die letzte Provinz ſeyn, die der Bekehrungswürgengel heimſucht, und ſchwer möchte dann an Euern Gütern Kau⸗ nitzens Rebellion und Aufwieglung der Stände wie Euere Weigerung im vorliegenden Falle tahaßt werden. Zieht