Teil eines Werkes 
2. Band, Der Bastard : eine deutsche Sittengeschichte aus dem Zeitalter Kaiser Rudolph des Zweiten : 3. Theil (1838) Der Mann und seine Rache
Entstehung
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proteſtantiſchen Lehre und ihren Predikanten. Ein Mann,

ein deutſcher Mann und deutſcher Fürſt ſey gerade, derb und

bieder. Er bringe einen Fluch nicht in Anſchlag, er zähle ſeine Becher nicht, er halte aber ſein Wort, treu wie Gold. Er ſey wild in der Schlacht, mild gegen den Beſiegten; ernſt⸗ haft mit Weib und Kind, froh und heiter hinterm Zechtiſch. So hielten's unſere Vorfahren, ſo ſollen wir es halten, be⸗ gehren wir wieder der guten alten Zeit. Um Euch zu ſolchem Fürſtenleben den Weg zu zeigen, Vetter, habe ich bei kaiſer⸗ licher Majeſtät ſchon vor geraumer Zeit für Euch um eine Hauptmannsſtelle nachgeſucht. Der Kaiſer gewährt in dieſem Schreiben meinen Wunſch, und ſähe es gern, wenn Ihr in meinem Regiment Eure erſten Waffen trüget. Ich habe deßhalb ſchon Anſtalten gemacht. Ich laſſe den Herbenſtein, den ich dießmal als Feldgehülfe mit mir nehmen wollte, zurück, beſtelle ihn zum Hüter der Markgräfin und reihe Euch an ſeiner Statt den Offizieren meines Fußvolks an. Was ſagt Ihr dazu?

Bernhard ſprach anfänglich kein Wort, ſo unverhofft war ihm dieſe Nachricht gekommen; ſein langes Geſicht, ſein verſtohlen auf die Markgräfin gerichtetes Auge und ſein verlegenes Lächeln ſprachen jedoch verſtändlich genug.

Die Markgräfin, welche männlichem Muth nicht abhold war, warf ihm einen verweiſenden Blick zu, und wünſchte ſich heimlich Glück, den läſtigen und eiferſüchtigen Liebhaber los zu werden, deſſen ſie ſchon ſeit geraumer Zeit überdrüſſig geworden. Sie ſprach daher:Wie könnt Ihr denken, mein Gemahl, daß der Prinz bei ſo ehrenvoller Ausſicht lange wählen werde? Er müßte nicht der Sohn ſeines Vaters ſeyn, könnte er zögern, Euern Antrag anzunehmen. Was