Teil eines Werkes 
2. Band, Der Bastard : eine deutsche Sittengeschichte aus dem Zeitalter Kaiser Rudolph des Zweiten : 3. Theil (1838) Der Mann und seine Rache
Entstehung
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Nachkommen zu haben. Macht es wie ich. Ich lebe unter Waffen und Becherklang, unter Jagdgetös und allerlei Kurzweil meine Tage hin, und gönne dem erlauchten Hauſe Oeſterreich, das mir und meinem Bruder, dem Cardinal, unſere Abkunft noch immer nicht vergeben kann, und ohne Zweifel an unſerm Hochzeitsabend mir die Reſtel knüpfen und Euch die Unfruchtbarkeit an den Hals heren ließ die Freude nicht, zu merken, wie ich mich über den ausgebliebenen Kinderſegen betrübe. Deßhalb lebe ich auch in Frieden mit den Erzherzogen und Sr. Majeſtät) die mich gerade in dieſem Schreiben bittet, bei der Feuertaufe von Siebenbürgen und Ungarn, das wieder mit Spuck und Krieg droht, mit meinem Regiment Gevatter zu ſtehen. Eine Bitte, die ein alter Kriegsmann, wie ich, ſicherlich nicht abweiſet. Vivat Ro- dolphus! Der Markgraf ſchwang den Becher und klirrte mit den Andern an. Bernhard ſchielte ſeitwärts nach der Markgräfin. Sie verſtand ſeinen Wink, der ihr ſeine ganze Freude ausdrückte, den verhaßten und läſtigen Gatten bald entfernt zu ſehen. Der einfältige Marſchall ſchluckte den Wein in vollen Zügen, dem trinkluſtigen Gebieter ſeine Ergebenheit zu beweiſen.

So wollt Ihr mich denn abermals verlaſſen, beſter Markgraf? begann Sibylle mit einem Tone, der nicht undeutlich zu verſtehen gab,welchen Verdruß es ihr ver⸗ urſachen würde, den Entſchluß des Gemahls geändert zu ſehen.

So iſt's, edle Frau! antwortete der letztere ſcherzend. Leider muß ich Euch ein neues Bekümmerniß auferlegen. Ich weiß, wie ſchmerzlich meine öftere Abweſenheit Euch fällt, und wie Ihr alles hervor ſuchen müßt, Euch zu zerſtreuen.