Teil eines Werkes 
2. Band, Der Bastard : eine deutsche Sittengeschichte aus dem Zeitalter Kaiser Rudolph des Zweiten : 3. Theil (1838) Der Mann und seine Rache
Entstehung
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Geſchlecht begeben hat,... Ihr ſolltet ſtaunen und Euch wundern.

Laß es gut ſeyn, verſetzte die Frau von Herbenſtein bewegt.Ich habe von den ärgerlichen Geſchichten gehört, und begehre nicht, ein Mehreres davon zu erfahren. Engeltrude ſchwieg gehorſam und bückte ſich zu ihrer Arbeit. Während deſſen zog aber luſtiger Hörnerklang zu dem Thore ein; denn die Markgräfin kehrte, im Geleit ihres Freundes Bernhard und ihres Marſchalls, von einem Luſtritte durch den Wald zurück. Fröhlich und guter Dinge ſtieg man von den Roſſen und eilte in die Zimmer. Der Markgraf ging mit großen Schritten im Saale auf und ab, als die Rück⸗ kehrenden eintraten. Die Becher waren aufgepflanzt; ein großer Brief mit kaiſerlichem Inſiegel lag dabei. Aus den Augen des Markgrafen glänzte Freude und Behagen.Gut⸗ daß ihr kommt, meine Freunde! rief er ſeiner Gattin und ihren Begleitern entgegen.Ich muß meine Freude mit euch theilen. Setzt euch um mich her und vernehmt!

Was mag denn wohl der Brief enthalten, erwiederte Sibylle ſpottend,der meinen ernſten Gemahl in gute Laune zu verſetzen im Stande iſt?

Ihr mögt noch fragen? ſprach der Gatte in ähnlichem Tone.Es iſt ein Gevatterbrief. Da Ihr mich der Mühe überhebt, ſelber welche zu ſchreiben, ſo muß ich dieſem Ein⸗ ladungsſchreiben zum mindeſten Folge leiſten.

Ein zarter, fürſtlicher Scherz! grollte die Markgräfin mit finſterm Blick und wollte ſich von ihrem Sitz erheben. Ihr Gemahl zog ſie aber wieder in den Seſſel zurück und fuhr fort:Ei! ei! wie Ihr doch empfindlich ſeyd! Laßt es Euch ja nicht merken, daß es Euch wurmt, keine