gefunden für den Meineid jenes Ruchloſen?.. Du bewein⸗
teſt den Verluſt eines Kindes; ſchmerzhaft allerdings für ein.
Mutterherz!... hat Dir aber der gütige Schöpfer nicht ein zweites geſchenkt? Der Sohn eines treuen Vaters und Gemahls? Wie erkläre ich mir alſo Deinen Kummer, deſſen Beginnen ich wohl bemerkt habe? Der Junkherr von Ehin⸗ gen, der vor einer Stunde erſt unſer Haus verließ, trägt die Schuld. Seine Erzählung von dem Nachbar Wernher, dem es ſo übel gehen ſoll, hat das Gedächtniß des Elenden in Dir aufgefriſcht. Iſt dem nicht alſo?“
„Ich läugne es nicht!“ antwortete die Edelfran mit offe⸗ ner Stirne, klarem Auge und über die Bruſt gefalteten Händen.„Allein ich beſchwöre Dich, mein Hermann, mich nicht mißzuverſtehen,.. meine Rede nicht übel zu deuten! Wie könnte ich Dich, meinen Retter und Freund, weniger lieben, als jenen Unglücklichen! Biſt Du denn nicht mehr derſelbe, der mich durch Zufall in jener Bauernhütte unfern Günzburg fand, kaum geneſen von einer ſchweren Entbin⸗ dung? der ſich einer Verlaſſenen, mit Schmach bedeckten Fremden gütig erinnerte? derſelbe, der mich tröſtete, als die alte Frau, die mich bisher ſorgfältig gepflegt hatte, meine wärmſte Freundin zu ſeyn ſchien, plötzlich mit meinem Kna⸗ ben verſchwunden und, aller Nachforſchung ungeachtet, nicht mehr aufzufinden war? Mein wundes Herz erkannte dank⸗ bar die zarte Theilnahme, welche Du der Troſtloſen weihe⸗ teſt. Bald hatten indeſſen Deine Vemühungen den Erfolg, den Du wünſchteſt. Ich ward ruhiger, allein die Zukunft ſchreckte mich. Ich konnte endlich meine Bangigkeit nicht mehr verhehlen. Da thateſt Du das Uebermenſchliche. Den Trauer⸗ flor des Wittwers abwerfend, mit den Dornen einer böſen


