braven Manne verhelfen wird. Das Geld bekommſt Du aber erſt alsdann von unſerm Magiſtrat dahier, wenn Du den kleinen Philipp an den Junker Archimbald Wernher, zu Prag im Schloſſe zu erfragen, oder an den Doctor Dee ebendaſelbſt, in des jungen Herrn Ermangelung, ausge⸗ liefert haſt, ſammt beiliegendem von meiner Hand geſchrie⸗ benen und petſchirten Briefe, und ein glaubhaftes Zeugniß, daß Du Deine Sendung erfüllt, zurückbringſt. Darum ver⸗ richte Dein Geſchäft als eine treue Magd, auf daß es Dir wohl gehe auf Erden. Darauf fing ſie an zu röcheln, ſprach noch zweimal unter vielen Zuckungen Euern Namen und den Namen Hedwig! und verſchied. Die Gerichte kamen, nahmen der Verſtorbenen letzten Willen und ihre Habe zu ſich, und ließen mich friedlich mit dem Kinde und dem Briefe abziehen, gaben mir auch Geld zur Reiſe gen Prag. Ich wanderte nach München, ſetzte mich daſelbſt auf einen Kauf⸗ mannswagen, der mit vielen andern auf dem Wege nach Böhmen war, und kam geſtern Abend an. Hier iſt der kleine Philipp, hier der Brief.“— Der ſtaunende Archimbald erbrach das unverletzte Siegel, und las, von der zitternden Hand der alten Magdalena geſchrieben, folgende Zeilen: „Guter Archimbald!— ich fühle, daß es zu Ende geht. Ich ſende Dir das Kind der Rache. Erziehe es gut.. Du biſt mein Erbe. Meine Habe wird Dir der Rath der
Stadt Augsburg aufbewahren, bis Du ſie in eigner Gegen⸗
wart von ihm verlangſt; nicht eher, weil in dem eiſernen Kaſten Dinge ſind, die nur Dir bekannt werden ſollen. Be⸗ halte mich indeſſen in freundlichem Angedenken, und wenn Du auch einſt Alles wiſſen wirſt, fluche meinem Gedächtniß nicht. Theile mit dem Knaben Alles was Du haſt; durch dieſe


