Teil eines Werkes 
2. Band, Der Bastard : eine deutsche Sittengeschichte aus dem Zeitalter Kaiser Rudolph des Zweiten : 2. Theil (1838) Der Jüngling und sein Kampf mit dem Leben
Entstehung
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Bei dieſen Worten ließ der Hauytmann plötzlich die Fe⸗ der ſinken, drehte ſich raſch um, ſtarrte den Jüngling forſchend an, ſprang dann in die Höhe und rief mit ausgebreiteten Armen und freudeſtrahlendem Blick:Biſt Du es denn? des Rathsherrn Wernhers Sohn? mein geliebter Neffe?

Ohm Ehrenfried! ſchrie der Jüngling, der mit einem⸗ male in den alternden Zügen des Hauptmanns das Antlitz des geliebten Blutsverwandten erkannte, und flog an deſſen Bruſt, in ſeine väterlich geöffneten Arme. Thränen der Freude und der ſüßeſten Rührung floſſen in den grauen Bart des Kriegers, der ſo unverhofft das Ebenbild ſeines geliebten Bruders an's Herz ſchloß. Jubel und Entzücken ſprach aus jeder Geberde des Neffen, der in dem Todtge⸗ glaubten plötzlich den treuſten Freund wieder fand; einen zweiten Vater. Es war der ſchönſte Augenblick in ſeinem Leben. 3

Ehrenfried, der die Kürzeé liebte, forderte nur leiſe An⸗ deutungen aus Archimbalds Begebenheiten. Bald lächelte, bald zürnte er, bald drohte er bedenklich mit dem Finger, und ſchloß endlich den geliebten Neffen zum zweitenmale in die Arme, in⸗ dem er dem braven Erlwein die Hand freundlich drückte.Seyd mir willkommen, wackre Burſche, rief er im derben Sol⸗ datentone.Eure Wahl ſoll Euch nicht gereuen. Im Feld⸗ lager findet man allein die Freiheit und offne Biederkeit. Zwar hätte ich gewünſcht, Euch in glänzenden Zeiten in unſre Reihen treten zu ſehen. Die Waffengilde der Büch⸗ ſenmeiſter hat viel an ihrer frühern Wichtigkeit verloren. Es ſind nicht mehr die Zeiten des höchſtſeligen Kaiſers Karl, der unſerm Korpo Vorzüge verliehen hatte, wie keinem an⸗ dern. Es blieb beiſammen in bedeutend höherem Solde als