Teil eines Werkes 
2. Band, Der Bastard : eine deutsche Sittengeschichte aus dem Zeitalter Kaiser Rudolph des Zweiten : 2. Theil (1838) Der Jüngling und sein Kampf mit dem Leben
Entstehung
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Wird bald gethan ſeyn! verſetzte Erlwein nach einem tüchtigen Schluck.Ich hatte Euch hauptſächlich in den Sumpf geritten, was wohl auch unterblieben wäre, hättet Ihr mich ſehen laſſen, was Trumpf in der Karte iſt. Dem ſey nun wie ihm wolle; ich konnte mir meine Schwatzhaf⸗ tigkeit nicht vergeben, und dachte auf Mittel und Wege, den Bock ungeſchehen zu machen. Ich pußte jedoch die längſte Zeit nicht, wie es anzuſtellen 5 und unter fruchtloſem Nachdenken und Grübeln verfloß ein Tag nach dem andern. Der zum Maleftzgericht beſtimmte Tag konnte nicht ferne ſeyn, und mir wurde ſchon Himmelangſt bei der Sache. Da fügte es ſich einesmals, daß ich im Granatapfel ſaß, und ein Betruntener nicht fern von mir. Ich ſprach mit Nieman- den; mein Nachbar hingegen miſchte ſich in alles, ließ ſeine böſe Zunge ohne Unterlaß gleich einem Reibeiſen über Kai⸗ ſer und Reich, über Magiſtrat und Bürgerſchaft auf und ab ſpazieren, daß an keinem ein guter Biſſen blieb. Deß⸗ wegen ließ man mich in Ruhe, und fiel dem Nachbar auf die Jacke. Er hätte türkiſche Prügel bekommen; denn was vermochte der Einzelne gegen Zwanzig, die Luſt hatten, auf ſeinem breiten Rücken zu wirthſchaften? Allein ich legte mich in's Mittel, vertheidigte den Berauſchten, ſprach zur Sühne, bot im Nothfall eine Hand voll Schläge aus, und rettete ſeine Haut. Der Nachbar, Euer Kerkermeiſter, lieber Junker, war dankbar, er ſchenkte mir ſeine Freund⸗ ſchaft. Er that mehr, er ließ mich einmal zu ſeinem Ge⸗ fangenen. Ihr wift⸗ daß ich Euch bat, mir alles haarklein zu erzählen; Ihr thatet es; ich glaubte nun völlig an Eure Unſchuld, und lernte Eure Feinde kennen. Nun ging ich au's Werk. Nach ein paar Tagen reiste ich nach Ollmütz.