durch zu des Kaiſers Majeſtät, und Sie ſprach Euch frei und ledig, und gebot, die falſchen Ankläger zu fahenz allein die ſchlechten Menſchen, unſer Prinz an der Spitze, ſind fort, über alle Berge, weil ſie zu früh Wind erhalten hatten. Gott ſey Dank! wir kamen nicht zu ſpät. Ihr ſeyd gerettet.“ Erlwein hatte indeſſen dem Richter einen offnen Brief von Rudolphs Hand vorgelegt, worin der Kaiſer alles Verfah⸗ ren gegen Archimbald niederſchlug, ſein Urtheil vernichtete, und ihn in Freiheit ſetzte, unter dem Beding jedoch, binnen dreien Tagen die Hauptſtadt Prag zu verlaſſen, und nicht mehr dahin zurückzukehren, ohne ausdrückliche Erlaubniß des Monarchen. Demzufolge nahm der Rottmeiſter dem Be⸗ gnadigten die Feſſeln ab, ein mitleidiger Bürger warf ihm eine weite Schaube zu, um ſeine Sterbekleider darunter zu verbergen, und, umgeben von Worosdar's Dienerſchaft, ihm zur Seite Erlwein und der getreue Hubert, beinahe getra⸗ gen von dem fröhlich herbeiſtürzenden Volke, das ſeine Un⸗ ſchuld pries und ſeine Feinde verwünſchte, zog er wie im PDriumphe Erlweins Wohnung zu, deren beſcheidene Stille ihn gaſtfrei aufnahm, ſammt ſeinen Begleitern.
Als, nach einem fröhlichen Mahle, die fürſtlichen Diener ſich in der Stadt zerſtreuten, und die drei, Archimbald, Hu⸗ bert und Erlwein allein ließen, begann der Erſtere alſo? „Meine lieben Herren und Freunde! Daß ich Euch das Leben verdanke, und ohne Euern Beiſtand jetzo zu Pulver und Aſche verbrannt wäre, iſt unläugbar, und tief in mein Herz geſchrieben; aber noch begreife ich nicht, wie es Euch mög⸗ lich geworden, mir meine Tage zu friſten. Wollet mir daher das Letztere mittheilen, damit, ich wiſſe, wie Ihr es ange⸗ faugen.“


