Teil eines Werkes 
2. Band, Der Bastard : eine deutsche Sittengeschichte aus dem Zeitalter Kaiser Rudolph des Zweiten : 2. Theil (1838) Der Jüngling und sein Kampf mit dem Leben
Entstehung
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ſeiner Bruſt. Die Fehler ſeines Lebens hatte ihm der Prie⸗ ſter vergeben, und das Bewußtſeyn ſeiner Unſchuld breitete die Engelsfittige über ihn aus, von denen die Todesangſt machtlos abprallte. Es ſchien ihm ſogar herzerhebend, die Verirrungen, die er hauptſächlich der unſeligen Verkettung ſeines Schickſals zuzuſchreiben hatte, durch einen feierlichen Tod abbüßen zu dürfen, es ſchien ihm ein beneidens⸗ werthes Loos, unſchuldig an den ihm aufgebürdeten Miſſe⸗ thaten in die Ewigkeit zu gehen; als ein Märtyrer eine Welt zu verlaſſen, die für ihn ein Dornenfeld geweſen war, mit wenigen ſchnell entblätterten Roſen kärglich geziert. Er durfte zwar nur an Iſabellen denken, um das dornige Leben wieder reizend zu finden. Aber, den Ermahnungen ſeines Beichtigers folgend, verdrängte er dieſe Vorſtellung aus ſeiner Seele, und ward ruhig, den feſten Blick auf das unbekannte Jenſeits gerichtet. Herannahende Schritte ver⸗ kündeten ihm den Stellvertreter ſeines wackern Ordensgeiſt⸗ lichen. Der Gerichtsknecht öffnete die eiſenbeſchlagne Thüre, und ſchloß ſie alſobald hinter dem eingetretenen Kapuziner. Langſam ging dieſer auf Archimbald zu, der ihn nicht ſo bald im vollen Licht der Laterne ſah, als er auch ſchon mit einem Laut der Freude aufſprang, und ſich an ſeinen Hals warf.Mein Lehrer! mein Freund! um Gotteswillen! welch ein Wunder führt Euch zu mir in meinen letzten Stunden? ſtammelte der gerührte Jüngling unter einem Strome von Thränen, und drückte den Mönch feſter an die hochſchlagende Bruſt.Gott grüße Dich, guter Archimbald, erwiederte Hubert mit gedämpfter Stimme.Mäßige Deine Freude, damit ſie nicht den Wächtern allzufrüh kund werde.Ihr habt Recht, ſprach Archimbald, wie ſein Lehrer, mit