Teil eines Werkes 
2. Band, Der Bastard : eine deutsche Sittengeschichte aus dem Zeitalter Kaiser Rudolph des Zweiten : 2. Theil (1838) Der Jüngling und sein Kampf mit dem Leben
Entstehung
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Wäre dir vielleicht ein Weg zur Flucht geöffnet? Er ſtieg

empor vom Boden und ſchlich dahin, wo eine ſchwache Helle ihm das Fenſter verrieth. Er erreichte es, allein ſein Muth ſank ſo ſchnell als er gewachſen war. Das Fenſter war zwar offen, ohne Scheiben, aber eng und ſtark vergittert. Ein zerſtörender Blitzſtrahl für ſeine Hoffnungen. Ergrimmt rüt⸗ telte er an den Stäben. Kein einziger derſelben bewegte ſich in ſeinen Fugen.Gieb Dir keine Mühe, Landsmann, ſprach plötzlich eine rauhe Stimme zu ſeinen Füßen.S iſt alles umſonſt. Ich habe ſchon bereits alles verſucht, und auch mit langer Naſe abziehen müſſen.Wer das rief der beſtürzte Archimbald.Ein armer Teufel, wie Du, antwortete die Stimme,der gerne ein Bischen ſchlummern möchte, und vor Deinen unnützen Rettungsverſuchen nicht dazu kommen kann. Lege Dich daher auf's Ohr, und ſtöre Deine Nachbarn nicht länger. Du möchteſt uns ſonſt alle Beide auf das Fell bekommen.

Archimbald machte ſich auch ohne Geräuſch auf den Rück⸗ zug.Halte Dich rechts, rief ihm die Stimme zu,ſonſt drückſt Du meinem Gefährten Deinen Stiefelabſatz auf dem Munde ab. So! gute Nacht!

Archimbald hatte eine Ecke erreicht, in der er ſich nieder⸗ warf, und tief in das Stroh vergrub, um ſich vor der argen Kälte zu ſchützen. Die Haft, in der er ſich befand, kam ihm nun ſchon weniger ſchreckhaft vor, weil er Gefährten ſeines Leidens hatte, und da die Wärme nur langſam wieder in ſeine erſtarrten Glieder zurückkehrte, der wohlthätige Schlum⸗ mer ſodann noch ferne war, ſo ſann er nach über das, was ihm der heutige Tag gebracht hatte. was ihm der mor⸗ gende bringen werde.