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„Muß ich nicht verzweifeln an Gott, an dem Leben und meinem Schickſale?“ ſeufzte er halb beklommen, halb trotzig. „Ich bin ein Thor, daß ich nicht freudig die Bahn verfolgt habe, die man mich antreten ließ. Was hilft mir's nun, daß ich, nachdem meine Unbeſonnenheit den Schreckensauf⸗ tritt in Worosdar herbeigeführt, den Geiſtern der ſcheuen Furcht und der Scham ſo gutwillig Gehör gab? Was hilft mir's, daß ich in jener Nacht, auf unbekannten Wegen und Stegen entfliehend, den ernſten und heiligen Vorſatz faßte, abzugehen vom Wege der Lügen, des Betrugs, der Hinter⸗ liſt, und eine gerade, ehrliche Lebensſtraße zu betreten? Was hilft mir's, daß ich alle Mißhandlungen vergaß, die im Vaterhauſe mein Loos geweſen, und, einem reuigen Sün⸗ der gleich, demüthig auf's Neue zur Heimath kehrte? Ver⸗ flucht ſey die Stunde, in der ich bei dem elenden Schreiner um die Lehre anhielt, und nur Schande erntete; verflucht die Stunde, in der ich zu den Füßen eines niederträchtigen Bruders um das betteln konnte, das von Rechtswegen mir gehört! Verwünſcht der Augenblick endlich, in welchem ich dem abſcheulichen Thurneiſen begegnen mußte, um das Opfer ſeines Haſſes zu werden! Lenens Haus iſt verwüſtet, kein Menſch will wiſſen, wo ſie hingekommen. Der hohle Baum, den ſie mir bezeichnet hatte, enthält ebenfalls nicht das Geringſte. Kein Ausweg war mir übrig, ehrlich durch die Welt zu kommen, als mich zu meinem Lehrer zu betteln, und die ſchmutzige Kutte umzuwerfen; aber dieſen letzten Pfad ſogar verrennt mir mein böſes Geſchick. Eine Beute der Willkühr muß ich werden, und hier ſchmachten, wie ein gebundnes Lamm, bis man mich ungariſchen


