Zweites Kapitel⸗
Du fragſt das Leben ſtill beſonnen:
Sprich! warum haſt du mich gewonnen?
Du fragſt umſonſt. Das Leben ſchweigt. Gramberg.
Archimbald lag zu Burgau auf einem ärmlichen Stroh⸗ lager in der feſt verriegelten Kammer, in welcher man auf dem Schloß heimathloſe Landſtreicher, oder widerſpenſtige, zu den Waffen gezwungene Leute zu verwahren pflegte. Die Stadtwächter von Günzburg hatten ihn dem Thorwächter abgeliefert, und waren noch in ſelbiger Stunde wieder heim⸗ gekehrt. Vor Froſt zitternd, und von dem Schnee, der häufig am ſpäten Abend gefallen war, durchnäßt, hatte er um die Erlanbniß gebeten, ſich am Feuer des⸗Wächters wärmen zu dürfen.— Umſonſt!— Ein unehrlicher Baſtard darf ſich an meinem ehrlichen Heerde nicht aufthauen, brummte der Unmenſch, und ſtieß den ſeiner Obhut Anvertrauten in die kalte und finſtre Kammer. Der Unglückliche fand im Umhertappen die elende Streu, und ſank ermüdet darauf hin. Da wehte es ihn kalt an durch das Fenſter.— Wäre
es offen! dachte er, plötzlich von neuem Muth entflammt.— II. 2. 3
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