21
dießmal. Die Zeit, in der Du allein mit meinem Vater in ſeinem Hauſe lebteſt...
„Das war eine ſchöne Zeit,“ fiel Simon ein, und fal⸗ tete andächtig die Hände...„Des Herrn Wille geſchah, und der meinige; kein dritter kam in Betracht.“„Dieſe ſchöne Zeit ſoll wiederkehren,“ verſetzte Wernher mit einem leiſen Seufzer, den ihm das Vorgefühl der künftigen Ab⸗ hängigkeit von dem Diener entlockte.„Ich werde nimmer heirathen, als ein Wittwer mein Leben beſchließen, und Dein Alter ſoll die beſte Pflege bei mir haben.“
„Hm! hm!“ brummte Simon und ſchüttelte den Kopf. „Ich will mir's bedenken.“
„Was iſt hier zu bedenken?“ rief Philipp heftiger.„Ja oder nein! ein Wort nur koſtet's.“
„Freilich,“ äußerte der Alte wie oben;„aber. Gebt mir doch das Glas vom Tiſche, und rührt mir ein Pulver ein! Ich darf über dem Geſchwätz meine Geſundheit nicht vergeſſen.“
Philipp that wie es ihn Simon hieß. Der Letztere nahm die Arznei bedächtig und langſam ein, und fuhr alsdann fort:
„Euere Verſprechungen wären ſchon ganz artig. Allein Verſprechen iſt edelmänniſch, das Halten hingegen bäuriſch. Ich müßte doch etwas haben, worauf ich ſicher rechnen dürfte. Denn Zeiten und Menſchen ſind wandelbar. Es könnte Euch, trotz Eueres Vorſatzes, dennoch in den Sinn kommen, aber⸗ mals zu weiben, und ich ſäße auf dem Sande. Dahero bietet etwas Sicheres.“
„Dreihundert blanke baare Gulden ſind Dein, wenn Du mir hilfſt,“ antwortete Philipp raſch.


