Teil eines Werkes 
2. Band, Der Bastard : eine deutsche Sittengeschichte aus dem Zeitalter Kaiser Rudolph des Zweiten : 2. Theil (1838) Der Jüngling und sein Kampf mit dem Leben
Entstehung
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Kette in Geduld, die Ihr Euch ſelbſt angelegt habt. Ich weiß keinen Rath.

Der Groll der verwichenen Stunde ſpricht aus Dir erwiederte Wernher, ſo nachgiebig als möglich..Du wüßteſt nicht zu rathen, wenn es gilt, einen überläſtigen Menſchen zu entfernen, der mich unglücklich macht? Gütli⸗ cher Vergleich findet hier nicht Statt.. ein Gewaltſchritt muß enden.

Wie meint Ihr das? fragte Simon, und im argen Verdacht zwinkerten ſeine Wimpern.Erklärt Euch!

Du biſt grauſam, ſprach Philipp ſtockend.Ich ſoll- Dir auseinanderſetzen, was Du erräthſt, wenn Du willſi. Thue einmal auf mein Gebot, was Du einſt ohne mein Ge⸗ heiß vollführt. Barbara ſey Hedwig!

Was? rief Simon, und ſpielte den Erſchrockenen. An welche Zeiten mahnt Ihr mich? An diejenige, wo ich mein Seelenheil für das Wohl des zukünftigen Herrn auf⸗ geopfert habe? Ihr habt mir ſchön vergolten für die ruch⸗ loſe That, die Ihr zwar nicht befohlen, die Euch aber ge⸗ nützt hat. Der übel gewählten Hausfrau muß ich weichen, unbeachtet in Vergeſſenheit und Dunkel zurücktreten. Die ſtrenge Ehewirthin fürchtend, ließt Ihr, durch Euere vor⸗ nehme Entfernung von mir, mich merken, daß man das un⸗ nütze Werkzeug hinter die Thüre wirft, iſt die Arbeit gethan. Und Ihr dürft mir zumuthen, am Rande des Grabes einen neuen Frevel zu begehen um Euretwillen?

Es mag ſeyn, erwiederte Philipp, den die ſchadenfrohe Weigerung des alten Heuchlers in ängſtliche Sorge ver⸗ ſetzte,es mag ſeyn, daß ich undankbar gegen Dich gehan⸗ delt habe. Ich will es nicht unterſuchen. Verzeihe, hilf nur