Teil eines Werkes 
2. Band, Der Bastard : eine deutsche Sittengeschichte aus dem Zeitalter Kaiser Rudolph des Zweiten : 2. Theil (1838) Der Jüngling und sein Kampf mit dem Leben
Entstehung
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. Fürwahr, ich bin Euch Dank ſchuldig, verſetzte Phi⸗ lipp mit leichterm Athemzuge.

Freut mich, wenn Ihr's einſeht, erwiederte Thurneiſen hochmüthig;allein er warf die prüfenden Blicke auf die verſtörten Ehegattenwas hat es unter Euch ge⸗ ſetzt? Sind das Kindtaufsgeſichter? Rede Barbara, ich will's wiſſen.

Barbara hob ihre Klage an; der Rathsherr ließ ſie aber nicht zum Schluſſe kommen, ſondern nahm, bevor er gehört, wovon eigentlich die Rede war, das Wort.

Was muß ich hören! rief er.Während ich mir's ſauer werden laſſe für das Wohl dieſes Menſchen, mißhan⸗ delt er meine Lochter? Philipp! Philipp! Laßt Euch's ge⸗ ſagt ſeyn. Kommt mir nicht wieder mit dergleichen in die Quere. Schämt Euch, mit einer Ehefrau, nach der alle jungen Männer die Finger lecken würden, nicht in Ruhe, Friede und Eintracht leben zu können!'s iſt eine Schande vor Gott und den Menſchen!

Bin ich die Urſache? fragte Philipp erbittert.Bricht ſie nicht ſelbſt die Gelegenheit zum Zwiſte mit jedem Tage vom Zaune?

Verfündigt Euch nicht an der Gerechten! drohte der Rathsherr.Iſt ſie nicht ein Lamm der Sanftmuth, der Geduld? Erträgt ſie Eure Pöbelhaftigkeit nicht mit Ge⸗ laſſenheit und chriſtlicher Liebe? Das ſeht Ihr aber nicht ein; daß wißt Ihr nicht zu ſchätzen. Ein Mal eins iſt eins, zwei Mal zwei iſt vier.. was drüber iſt, ſicht Euch nicht an. Hinter Eurem nußbäumenen Ladentiſch, auf dem die falſchen Groſchen angenagelt ſind, ſeyd Ihr ſelbſt zum hölzernen Junker und zur falſchen Münze geworden. Es