1
Syndicus, und geht mit trotzigem Schritte an uns vorüber. Betroffen ſehe ich ihm nach.„Seltſam!““ ſpricht mein Be⸗ gleiter.„„„iſt der junge Menſch in der That mit Euch verwandt, Herr Thurneiſen? oder wie erkläre ich mir den Vorfall?““ Indeſſen war mein Plan gleich gefaßt. Ich zeige Archimbald als einen gefährlichen Landſtreicher von ehrloſer Geburt an, und erſuchte den Syndicus, ihn feſt nehmen, nach Burgau bringen, und unter die Fußknechte ſtecken zu laſſen, die allda geworben werden, um die Lücken in dem Regimente des Markgrafen Carolus auszufüllen, vas in Hungarn gegen den Erbfeind ſtreitet. Geſagt, ge⸗ than. Der Syndicus willigt ein. Mittlerweile habe ich bemerkt, daß der böſe Bube ſich in eine kleine Taberne an der Straße geſchlichen. Ich bleibe auf der Lauer ſtehen, damit der Vogel nicht aus dem Garne laufe, während der Syndicus die Stadtwächter verſammelt. Dieſe kommen, über⸗ fallen die Kneipe, in welcher der Bettler auf einer Bank ſchläft, packen, binden ihn unverſehens, und bringen ihn auf einen Karren, um ihn auf der Stelle weiter zu ſchaffen, und erſt nachdem ich von Weitem geſehen, wie er, von vier Be⸗ waffneten begleitet, gen Burgau gefahren wurde, machte ich mich ſelbſt auf den Rückweg. Hätte ich aber ahnen können, daß der Bube ſchon hier geweſen, daß er in Euerem Hauſe ſolcher Handlungen ſich ſchuldig gemacht, ich hätte ihn hieher bringen laſſen, nicht nach Burgau, und wäre mit ihm verfahren, wie ich ſchon gemeldet. Er ſcheint mir jedoch vor der Hand gut aufgehoben, und aus dem Türkenkriege kehrt ſich's nicht ſo leicht, zum Mindeſten nicht ſo ſchnell wieder.“


