Teil eines Werkes 
2. Band, Der Bastard : eine deutsche Sittengeschichte aus dem Zeitalter Kaiser Rudolph des Zweiten : 2. Theil (1838) Der Jüngling und sein Kampf mit dem Leben
Entstehung
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haben, Euch in den Magiſtrat zu bringen, während Ihr kein Quentlein Vernunft beſitzt! Wollt andere berathen, wißt Euch ſelbſt nicht zu helfen, noch zu rathen!

Was ſoll das heißen? fragte Wernher grob und unwirſch.

Daß Ihr ein unbeſonnener Menſch ſepd, erwiederte Thurneiſen.Kaum lange ich von meiner Reiſe an, ſo muß ich auch ſogleich die Neuigkeiten brühwarm erfahren, die ſich während meiner Abweſenheit in Euerm Hauſe zugetragen baben. Alle Teufel! wo hattet Ihr Euern Kopf? Den Baſtard vor den Augen einer Tafelrunde fortzujagen! ihn nicht anzuerkennen! Dachtet wohl, es recht geſcheid zu machen? Umgekehrt. Dumm habt Ihr's gemacht. In der Stadt iſt der Teufel los. Ueberall ſpricht man von Euerer Grauſamkeit, überall bedauert man den Archimbald, überall findet dieſer Freunde, Ihr Feinde, und wenn er vollends in Ulm geblieben wäre, er hätte, weiß Gott! unter dem Lumpengeſindel einen Aufruhr anzetteln, Euch das Haus ſtürmen können.

Was ſollte ich thun? fragte hämiſch der Schwiegerſohn.

Ihn anerkennen... erläuterte Thurneiſen...ihn liebreich aufnehmen, hättet Ihr gleich darüber aus der Haut fahren mögen, den gefährlichen Menſchen durch Euer Be⸗ tragen entwaffnen, und ihn nachher als Landſtreicher den Gerichten übergeben. Alsdann wäre er unter meine Klauen gekommen, und ich hätte ihn anders geſtriegelt, als die Hexenlene. Es gibt nicht alle Tage einen überladnen Bürgermeiſtersmagen wieder herzuſtellen. Der Baſtard hat Euch gedroht; in Euerem eignen Hauſe vor zwanzig Zeu⸗ gen einen Dolch gezogen; ich hätte ihn als Mörder auf den