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Wiblingen, Dein zweiter Freier, nicht daſſelbe, als er von ſeinem Waffenbruder erfahren hatte, wie es um Deine Tugend ſtehe? Kannſt Du es leugnen... kannſt Du leugnen, daß Du Dich als ein entehrtes Weib in meine Arme warfſt, in die Arme eines Mannes, der ſeine Seligkeit für Deine Keuſchheit zum Pfande geſetzt hätte?“ „Halt ein, Abſcheulicher!“ wimmerte die Wöchnerin.„Du tödteſt mich. Schone wenigſtens meines Zuſtandes. Denke an Deine Unehre, an die Dirne, die Dir von Antorff bis Ulm nachgelaufen iſt, mit hochſchwangerem Leibe, die Du ſammt ihrer Frucht verſtoßen, die Du in ihrer Verzweiflung in die Donau gejagt haſt!... das beſte Bad, unzüchtige Flammen zu löſchen!“
ſ„Schweig!“ donnerte Philipp wild.„Sie war eine Heilige,
die ich der Schmach weihte, eine Märtyrin, der ich den Todesſtoß gab, um Deinetwillen! Schwebt ihr Bild mir
nicht ſtündlich vor Augen? in derſelben Geſtalt, wie ſie
mehrere Wochen hernach die Fluth des Stromes ans ufer warf? entſtellt,.. unkenntlich, hätte nicht das geſchorne 1 Haupt, der Zuſtand ihres Leibes, das arme der Geburt
nahe umgekommene Kindlein, deſſen ſie nicht mehr geneſen konnte im Leben, die Unglückſelige meinem ſchuldbewußten Gewiſſen kund gegeben! Niemand wollte die Ertrunkene kennen. Weh' mir, daß ich ſie kennen mußte. Die Strafe folgte meiner Unthat auf dem Fuße. Einen Engel habe ich
gemordet, einen Teufel in mein Bett aufgenommen. Gib 3 mir ſie zurück die Jahre, die mir der Unmuth langſam vom 3 Leben gefreſſen. Gib mir die Summen zurück, die Dein
Vater in roher Eigenmächt gkeit an ſich geriſſen oder gebet⸗ telt, die er verſchwendet, mit denen er groß gethan, mit


