Teil eines Werkes 
2. Band, Der Bastard : eine deutsche Sittengeschichte aus dem Zeitalter Kaiser Rudolph des Zweiten : 2. Theil (1838) Der Jüngling und sein Kampf mit dem Leben
Entstehung
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Sieh, der Kleine iſt krank geworden, faſt mit Einem Male.

Hier verſchwende Deine Pflege.

Was fehlt dem Knaben? fragte Wernher ziemlich gleich⸗ gültig.Er ſchlummert ja ſo ruhig.

Ruhig? wiederholte Barbara wie oben.Es muß in Deinem Gehirn ſtürmen, weil Du dieſen unruhvollen Schlaf ruhig ſchiltſt. Sieh, welche Zuckungen des Kindes Körper durchjagen! ich habe nach dem Arzt geſchickt.

Du haſt recht gethan. Es wird wohl bald vorübergehen⸗ weiter nichts als der Kinder gewöhnliches Gebreſten ſeyn.

Meinſt Du? fragte die Wöchnerin, und heftete einen ſtechenden Blick auf ihn.Du biſt kalt wie Eis, und ſoll⸗ teſt doch in Fieberangſt glühen, wenn Du an die verfloßnen

Stunden gedenkſt. Was willſt Du damit wieder ſagen? forſchte der Gatte

ſcheu und ängſtlich.

Erräthſt Du es nicht, Rabenvater? brach Barbara los.Der Knabe war geſund, jetzt liegt er in Gichtern. Der Fluch Deines Bruders hat ihm die Krankheit angebannt, ſtürzt ihn ins frühzeitige Grab.

Der Fluch meines Bruders?. ſtammelte Philipp in Gewiſſensangſt!

Ja; ich wiederhole es! rief die Wöchnerin, vor Grimm bebend.Oder glaubſt Du, der Baſtard hätte in ſeinem nicht ungerechten Zorne es unterlaſſen, ſeine Verwünſchungen auf unſer Haus zu ſchleudern? Der Knecht, den ich, Deinen Fehler wieder gut zu machen, dem Bettler eilig nachſandte, ſah ihn vor dem Thore, in weiter Entfernung auf dem Felde knieen, und am hellen Nachmittage mit dem Dolche in der Fauſt den Teufel beſchwören. Darauf ſchlug er den Weg nach