Teil eines Werkes 
2. Band, Der Bastard : eine deutsche Sittengeschichte aus dem Zeitalter Kaiser Rudolph des Zweiten : 1. Theil (1838) Der Knabe und der Fluch seiner Geburt
Entstehung
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um einen Winkel in Deinem Hauſe, wie ihn Deine Hunde haben. Es iſt kalt und rauh draußen. Meine wunden Füße kleben mit dem Blute am Eiſe feſt, ich kann nicht weiter wandern. Hilf mir! Bis der Frühling kömmt, gönne mir einen Winkel mit etwas Stroh. die Broſamen, die von Deinem Tiſche fallen, das Waſſer Deines Brunnens!

Hinweg! ſchrie Philipp, und wich einige Schritte zurück. Elender Gaukelſpieler! ich kenne Dich nicht. Iſt einer unter den Anweſenden, der den verſchollenen Archimbald, deſſen Tod urkundlich bewieſen iſt, in dem Betrüger erkennt?

Alle ſchwiegen betroffen. Archimbald ſtand langſam auf.

Ich muß alſo fort? fragte er gedehnt und mit gepreß⸗* tem Tone, während alle ſeine Mienen gichteriſch zuckten.. Ich muß? Wohl; doch werdet Ihr mir, Herr Raths⸗ herr, einen Biſſen Brod und einen Schluck Wein von Eurer Tafel nicht verſagen?

Sogar die gemeine Bettlerzehrung verſage ich dem ab⸗ gefeimten Schurken, der durch ſeine elenden Mährleins mich höhnen will; polterte Philipp giftig.Hinweg aus meinem Hauſe, und danke Gott, frecher Abenteurer, daß ich heute dieſes Feſt feire, und mein Schwähervater abweſend iſt, Du würdeſt Deinen kecken Schritt bereuen!

Wenn einer von uns, verſetzte Archimbald mit fürchter⸗ lichem Drohen,Gott danken muß, daß heute die Taufe Euers Kindes gefeiert wird, ſo ſeyd Ihrs, Herr Wernher. Leicht möchtet Ihr ſonſt kein Nachtmahl mehr genießen.

Wie, Schurke! Du drohſt? ſchrie entſetzt der Raths⸗ herr, und floh zurück.Diener! Hülfe! Wache!

Knechte und Mägde ſtürzten herein. Archimbald zog aber den Dolch aus ſeinem Wams, und ſellte ſich gegen die,