—
2u
aufgenommen worden. nimm mich auch auf.. verſtoße mich nicht. Ich habe viel ausgeſtanden, recht viel gelitten. Laſſe mich bei Dir Ruhe finden!“
Philipp ſchwieg noch immer beſtürzt, und ein finßtres Gewitter ſtieg in ſeinen Augen auf. Die Gäſte lehnten auf⸗ merkſam und lauſchend auf ihren Stühlen, als fürchteten ſie ſich, durch einen Laut die heilige Prüfung der Bruderliebe zu unterbrechen.
Nach einer Weile fuhr Archimbald, der ängſtlich in Phi⸗ lipps Augen las, dringender fort:
„Philipp! Bruder Philipp, ſieh mich an. Wie der ver⸗ lorne Sohn komme ich zu Dir in den Lumpen der Armuth. Ich habe zwar keinen Vater mehr, der mich aufnähme. Ver⸗ tritt aber Du ſeine Stelle. Nimm mich auf an Deinen Heerd. Auf der weiten Welt habe ich niemand als Dich; verſtoße mich nicht!“
Philipp ſchwieg ſtörriſch. Archimbald, von Rührung und Schmerz bedrängt, ſprach bittend weiter.
„Laß mich nicht ſo lange um ein freundliches Wort bet⸗ teln; reiche mir Deine Hand. Glaube mir, es iſt mir ſauer angekommen, Dir beſchwerlich zu fallen. Noch heute, als ich in die Vaterſtadt kam, wollte ich es anders verſuchen. Ich trat bei dem Schreiner ein, mit deſſen Tochter Trudchen ich als Kind ſo oft geſpielt habe. Ich gab mich ihm zu erken⸗ nen, ich bat ihn dringend, mich als Lehrling anzunehmen zu ſeinem Handwerk. Er verweigerte mir es aber hart, weil ich„ weil ich unehlich geboren bin. Es ſchmerzte mich tief, aber ich dachte: Hat gleich der fremde Mann kein Herz für dich, ſo wird's der Bruder doch wieder gefunden haben.


