„Dann wärt der Schurke Ihr!“ entgegnete Archimbald im ſelben Tone.„Indeſſen verſucht's!“
„Du drohſt, nichtswürdiger Bankert?“ rief der Prinz außer ſich, und ſtürzte auf Archimbald ein„der ihn trotzig und feſten Fußes erwartete. Als er ihn aber bei der Gur⸗ gel packen wollte, ſtieg plötzlich neben Archimbald, unter dumpfem Hohngelächter, eine geſpenſtergleiche Schreckgeſtalt aus der Gruft.
Ein Schrei des Entſetzens ertönte im Gewölbe. Der Prinz ſtürzte zurück. Die Fürſtin hielt beide Hände vor's Geſicht. Ludmille ſchlug leblos zu Boden. Sie hatte in der Spuckgeſtalt den wahnſinnigen Vater erkannt. Archim⸗ bald aber benutzte den günſtigen Augenblick, in dem alle Anweſenden gleich Bildſäulen nach dem Fremden, ihm wohl⸗ bekannten Gaſt ſtarrten, und machte ſich muthig Bahn zur Kirchenthüae, ohne daß ein Menſch daran gedacht hätte, ihn aufzuhalten.
„Tod und Hölle!“ wüthete Bernhard, zu ſich ſelbſt kom⸗ mend.„Was iſt das?“
Ein heiſeres Gelächter war des Verrückten Antwort.
„So falle denn, elendes Gaukelbild, wenn Du nicht Rede ſtehſt,“ brüllte der Prinz und holte zu einem gewaltigen Hiebe nach dem Wahnſinnigen aus. 5
„Um des Erlöſers willen!“ ſchrie die Fürſtin, ſich athemlos zwiſchen beide werfend...„halt ein! es iſt Dein Vater!“
„Mein Vater?“ wiederholte der Sohn und taumelte in Kaunizens Arme. Denn der Streich war gefallen, und die Mutter in ihrem Blute zu Boden geſunken.


