Teil eines Werkes 
2. Band, Der Bastard : eine deutsche Sittengeschichte aus dem Zeitalter Kaiser Rudolph des Zweiten : 1. Theil (1838) Der Knabe und der Fluch seiner Geburt
Entstehung
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Gemurmel des Hohns lief durch die weite Reihe. Sabine und Kalander, ihre Voreiligkeit bereuend, ſtanden des Aus⸗ gangs zitternd gewärtig, in der Ecke. Archimbald, ſeiner Larve ſchonungslos beraubt, warf ſich, Vergebung flehend⸗ zu der Fürſtin Füßen.Hinweg! zürnte dieſe.Der arme, mit Gebrechen behaftete, ehrlich geborne Jüngling gewann meine Gnade. Den Heuchler, den Lügner, den Baſtard kenne

ich nicht mehr.

Prinzeſſin! werdet Ihr mir Euere Vergebung verſa⸗

gen? ſtammelte der Verzweifelnde, die Hand der Schreckens⸗ bleichen heftig faſſend. Stumm riß ſie ſich los. ihr Antlitz mit dem thränennaſſen Tuche verhüllend. Archimbald war zu Boden geſchmettert von ſeinem Unglück⸗

Indem traten einige Knechte ein, nach delen der Prinz geſandt hatte.Der Sohn einer fahrenden Metze darf ſich nicht rühmen, ſprach derſelbe,von adeligen Händen be⸗ rührt und gefahndet zu werden. Darum verrichtet Ihr den Schergendienſt. Bindet, knebelt ihn!

Die Fürſtin und Ludmille ſprangen abwehrend vor.Mich binden, knebeln, mißhandeln? rief Archimbald, grimmig entbrannt.Wer thut das, ohne das letzte Stoßgebet ver⸗ richtet zu haben?

Mit dem Rücken an den Thorpfeiler der Gruft gelehnt, ſchwang er den blitzenden Türkendolch in der Fauſt. Die Knechte wichen zurück, da ſie der Waffe anſichtig wurden.

Jeige Hunde! ſchnaubte der Prinz, und riß den Degen

aus der Scheide.Schreckt Euch ein Dolch? Leg' die Waffe nieder, Böſewicht, oder ich haue Dir die Schurkenfauſt her⸗ unter!