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„Nicht doch, meine fromme Mutter,“ ſpottete der Prinz. „Die Herren ſind zugegen, um Zeuge Eures Wandels zu ſeyn. Ihr habt Euch nicht geſcheut, dem Knecht vor aller Welt Beweiſe Eurer laſterhaften Gunſt zu geben, ſo werde denn auch der Tochter Schande offenkundig vor aller Augen, wie die Strafe jenes Buben, der nicht allein die vejahrte Fürſtin berückte, ſondern auch die ſtolze Ludmille aus dem edeln Stamme Worosdar zu ſeiner Metze machte!“
„Barmherziger Gott!“ rief die Fürſtin, die Arme gen Himmel breitend.
„Zu viel!“ ſtammelte Ludmille, und ſank halb ohnmächtig an der Mutter Bruſt.
Grenzenloſe Wuth aber zuckte durch Archimbalds Nerven, der, ſich ſelbſt vergeſſend in dem Sturme der Gefühle, vor die Frauen ſprang, und mit Löwenſtimme dem ruchloſen Bruder zudonnerte:„Schweigt, Unglückſeliger! ſchweigt! oder, ich ſchwöre es bei Gottes Sternen dort oben, das nächſte Wort iſt Euer letztes!“
Alle fuhren zuſammen, bei der kühnen Rede, die wie ein Gewitterſturm von den Lippen des Stummgeglaubten rollte. Ludmille, die Fürſtin ſtaunten ihn bewegungslos an. Aus dem Hintergrunde der Kirche aber erſchallte ein lautes Ge⸗ ſchrei.„Er iſt's! er iſt's!“ laßt mich hindurch zu ihm, daß ich ihn ſehe, daß ich mich überzeuge!“ rief eine ſehr bewegte Weiberſtimme, die Archimbald mit Entſetzen für die Sabi⸗ nens erkannte.
Sie war es auch, die gutmüthige Krankenpflegerin, die von ihrem Gatten, dem Bruder des Pfarrherrn, begleitet, ſich Bahn machte zu dem Jüngling, und ihn entzückt in die Arme ſchloß.—„Willkommen! willkommen, Herr Wernher!“
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