Teil eines Werkes 
2. Band, Der Bastard : eine deutsche Sittengeschichte aus dem Zeitalter Kaiser Rudolph des Zweiten : 1. Theil (1838) Der Knabe und der Fluch seiner Geburt
Entstehung
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flog der Heuchler zu der Fürſtin, und brachte ihr athemlos die Kunde, die ſie in keine geringe Beſtürzung verſetzte. Schnell entſchloſſen jedoch warf ſie den Schleier über, um ſelbſt nach der Kirche zu gehen, nachdem ſie dem Haushof⸗ meiſter das ſtrengſte Schweigen gegen einen Jeden empfoh⸗ len hatte. Allein Nepomuk, ſeit Langem gewöhnt, die Be⸗ fehle der Herrſchaft nur in ſoweit zu erfüllen, als ſie ihm gut dünkten, lief ſpornſtreichs von dannen, dem jungen Herrn entgegen, deſſen Annäherung ſchon von weitem der luſtige Hörnerſchall und das Halloh der Jagdgenoſſen ver⸗ kündete. Als ob ihm der Kopf brannte, rannte er an dem Pfarrherrn vorbei, der in Geſellſchaft ſeines Bruders und ſeiner Schwägerin in geringer Entfernung vom Schloſſe am Wege ſtand, um die fröhlichen Jäger, die im Fackelſchein daher kamen, an ſich vorüber ziehen zu laſſen. Eilfertig drängte ſich der ſchadenfrohe Bote zu dem Prinzen, der als künftiger Herr von dem Wohldiener beſonders berückſichtigt wurde, und meldete ihm in eifriger Kürze, was vorgefallen ſey, und wie er ſich geſputet habe, die Kunde zu des Herrn Ohr zu bringen, damit er den Schuldigen auf friſcher That ertappe.

Sturm und Wetter! rief Bernhard, und packte Kauniz, der ihm zur Seite ritt, unſanft an.Bruder Kauniz, die Rache iſt nah. An dem Frevler ſowohl, der Dich beleidigt hat, als an der Nichtswürdigen, die Dir an offner Tafel den Korb gab, und die ich nicht mehr Schweſter nenne! Ich hielt ſie für eine Thörin,.. jetzt ſehe ich in ihr nur die lockre Dirne, die im Verſtändniß mit dem gemeinen Knechte lebt. Auf, Ihr Herren, ſpornt Eure Gäule. Vor der Zugbrücke ſitzen wir ab, damit die Vöglein nicht