Teil eines Werkes 
2. Band, Der Bastard : eine deutsche Sittengeschichte aus dem Zeitalter Kaiser Rudolph des Zweiten : 1. Theil (1838) Der Knabe und der Fluch seiner Geburt
Entstehung
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genießen, wäre ich nicht in dieſem Schloſſe, nicht unter dem Purpur meines Vaters geboren!

Ihre Thränen brachen hervor; ſie ſtützte ſich ſchluchzend auf Archimbalds Schulter, deſſen Bruſt in fürchterlicher Bewegung war. Er ſah frei und offen, ungeblindet in Ludmillens Gemüth,.. ſah es beſeligt vom Entzücken der Liebe.. zerriſſen von dem ſchrecklichen Gedanken, ihr entſagen zu müſſen,.. und bereute bitter den Verdacht, den ſein argwöhniſcher Sinn gegen die Reine gehegt. Auf ſeinen Knieen überreichte er, mit den ſchmerzvollſten Zeichen ſein Leid kund gebend, und die Vorwürfe, die ſein Gewiſſen zernagten, Ludmillen das Blatt, das er für ſie geſchrieben, das auf ewig ihre Seelen in Unfrieden getrennt haben würde. Sie las es, während er ihre Hände mit ſeinen Thränen netzte, und als ſie ihm darauf ſtill bekümmert in die Augen ſah, zerriß er heftig die liebloſe Schrift, und betheuerte ihr vor dem Altar ſeine Liebe, ſeine Treue, ſeinen Gehorſam. Der Auftritt nahm aber plötzlich eine andere Wendung.

Nepomuk, an der Kirche vorüberſchleichend, hatte die Pforte nur angelehnt gefunden. Der Neugierige ſandte einen vohrenden Blick des Vorwitzes in das Gebäude und erſtarrte, als er die beiden befreundeten und in ihrer Unterhaltung verſunkenen Menſchen gewahrte. Archimbald, den er hun⸗ dert Meilen von dannen glaubte, Archimbald, der auf dem beſten Wege geweſen war, von ihm die Gunſt der Fürſtin ab, und auf ſich ſelbſt zu leiten, Archimbald in ge⸗ heimem Verſtändniſſe mit der Prinzeſſin?... Wie ein Pfeil⸗ um ja den Augenblick nicht zu verſäumen, in dem es galt dem unberufenen Gunſträuber ein Bein unterzuſchlagen,