Teil eines Werkes 
2. Band, Der Bastard : eine deutsche Sittengeschichte aus dem Zeitalter Kaiser Rudolph des Zweiten : 1. Theil (1838) Der Knabe und der Fluch seiner Geburt
Entstehung
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Gewaltthat eines graufamen Bruders wäre die Entwickelung des unter ungünſtigem Geſtirn geſchürzten Knotens. Laßt uns der fremden Willkühr zuvorkommen, ſelbſt mit bluten⸗ dem Herzen zerreißen, was das ſchwache Herz in unbewach⸗ ter Stunde unbeſonnen knüpfte.

Archimbald ſah düſter auf den Boden, denn des Arg⸗ wohns Dämon ſtieg in ſeinem Gemüthe auf, und dennoch konnte er es nicht über ſich gewinnen, übereilt und rauh der lieblichen Sprecherin, die ihn mit neuen Roſenbanden umſchlungen hatte, Lebewohl zu ſagen. Sie begann aber aufs Neue, indem ihre Stimme immer ſchwankender wurde gegen das Ende ihrer Rede:

Trennung, theurer Freund, iſt das einzige Mittel zu unſerer Rettung. Allein, wie ſie bewerkſtelligen? Meine Mutter gedenkt nicht Euch aus dem Schloſſe zu entfernen, da ſie dem Doctor Dee, der Euch empfahl, und dem ſie, weil er von ſchwerer Krankheit ſie errettet, Dank gelobte, ihr Wort zu halten verbunden iſt, das Euch auf ein Jahr zu ihrem Dienſte verpflichtet. Sie zürnt Euch auch nicht, wegen der verzeihlichen Neigung, wie ſie es nennt, die Ihr gefaßt, und wünſcht nicht, Euch in Ungnade zu entlaſſen, Ihr müßt demnach auf dem Schloſſe bleiben, bis der Doc⸗ tor Euch wieder von dannen nimmt; und ich.. ſie ſtockte... ich werde es verlaſſen, und bei einer bejahrten Baſe mei⸗ ner Mutter, in Ollmütz freudenloſe Tage verleben, bis⸗ ich 2. hieher zurücktehren darf, ohne zu gewaltſam an die ſchönſten Stunden meines Lebens erinnert zu werden, an die Stunden, in denen ich Euch ſah,... in welchen mein Herz zum erſtenmale ſich einem Gefühle anſchloß, das mei⸗ nem Leben Seligkeit verleihen würde, wie ſie die Engel