Teil eines Werkes 
2. Band, Der Bastard : eine deutsche Sittengeschichte aus dem Zeitalter Kaiser Rudolph des Zweiten : 1. Theil (1838) Der Knabe und der Fluch seiner Geburt
Entstehung
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Ich habe ihr Alles entdeckt, nur unſer geſtriges Zuſammen⸗ treffen, unſer heutiges habe ich ihr verſchwiegen, und faſt muß ich fürchten, das ich übel daran gethan habe; denn Ihr betrachtet mich mit einem glühenden Blicke, der mich wün⸗ ſchen läßt, entweder gar nicht, oder unterm Schutze der Mutter, Euch beſucht zu haben.

Archimbald zwang ſich zu einer freundlichen Miene, und Ludmille fuhr beruhigter fort:

So, guter Archimbald;z nun ſeyd Ihr wieder der Alte, und ich habe wieder Vertrauen zu Euch. Hört mir auf⸗ merkſam zu. Die Mutter hat ſich vorgenommen, ſelbſt mit Euch zu ſprechen, wenn mein Bruder abgereist, Ihr Euerer Hoft entlaſſen ſeyn würdet; allein es iſt beſſer, wenn ich Euch vorbereite. Die Fürſtin, weit entfernt, mich und meine Gefühle zu verdammen kann ſie dennoch, mit dem beſten Willen, nicht billigen.

Ludmille ſeufzte, ſtrich ſich die Locken aus der Stirn, und ſprach weiter:Ich bin dem Villen meines Bruders untergeordnet, und was dieſer über mich beſchließt, muß ich in Geduld hinnehmen. ſelbſt das Schlimmſte, wenn nicht der Allmächtige ſein Herz rührt. Jedoch, wäre er auch gleich im Stande, mich leichtſinnig dem Elendeſten hin⸗ zuwerfen, wenn nur eine Grafen⸗ oder Fürſtenkrone ſein Wappen deckt, ſo iſt dennoch keine Hoffnung vorhanden, daß er mich dem Glanz⸗ und Güterloſen überlaſſen werde, wäre dieſer auch der Würdigſte ſeines Geſchlechts. Kummer, Elend und Verfolgung würde mein, würde des geliebten Mannes Lvos ſeyn, der mich, allen Hinderniſſen zum Trotz, die Seine nennen... dem ich, Alles verlaſſend, Gattin ſeyn wollte. Trennung durch den Machtſpruch und die

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