Teil eines Werkes 
2. Band, Der Bastard : eine deutsche Sittengeschichte aus dem Zeitalter Kaiser Rudolph des Zweiten : 1. Theil (1838) Der Knabe und der Fluch seiner Geburt
Entstehung
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Die Schwätzer entfernten ſich, und nach kurzem Ver⸗ weilen in der Kapelle, während deſſen Nepomuk ſeinen Freun⸗ den mit ſchnarrender Stimme das Gebet des Herrn ohne Sinn und Verſtand vorgeplappert hatte, verließen ſie die Kirche.

Archimbald trat aus ſeinem Schlupfwinkel i0hn und harrte, an Eberhards Sarg gelehnt, Ludmillens. Sie zögerte lange, und der Wartende faßte ſchon den Verdacht, ſie ſey ihrem gegebenen Worte untreu geworden, als ſich das Schloß an der Pforte öffnete, und die edle Geſtalt in das dämmernde Gotteshaus trat.

Archimbalds Vorſatz, der Geliebten Kälte und beleidig⸗ ten Stolz zu zeigen, wankte merklich während dem Nähen⸗ ſchreiten der Liebreizenden, deren Auge in dem dunkeln Raum der Gruft den Freund ſuchte. Langſam, mit ſich ſelbſt im Kampfe, trat er ihr unter dem Gatterthor entgegen, und begrüßte ſie förmlich.

Guten Abend, flüſterte ſie;Ihr ſeht, Archimbald, ich babe Wort gehalten, und wünſchte Euch freundlicher zu fin⸗ den. Weg mit den finſtern Falten vor der Stirne. Nehmt ein Beiſpiel an mir. Ich bin freudig und ergeben; denn ich habe den Nuth gefunden, mein Herz der geliebten Mutter zu offenbaren.

Archimbald fuhr betroffen zuſammen. Sie ergriff ihn aber ſchmeichelnd bei der Hand, zog ihn neben ſich auf den Sitz, und fuhr fort:

Erſchreckt doch nicht. Wir haben ja keine Sünde be⸗ gangen, die uns Angſt verurſachen könnte. Meine Mutter kennt der Liebe Leiden. Sie war nicht unempfindlich gegen die meinigen. Sie ſchalt mich nichtſie bedauerte mich.