—
Frucht. Darum mußte der Herr auch eines kläglichen Todes ſterben; Gott ſey der armen Seele gnädig! Die durchlauch⸗ tige Frau hat alsbald, nachdem der Kammerdiener Erlwein ſein Bildniß vollendet, und kurz nachher das Zeitliche ge⸗ ſegnet hatte, mit demſelben das Pförtlein verſperren laſſen, das hier herunter führt, damit kein Menſchenkind ferner den gefährlichen Pfad betreten möge. Aber was machſt Du denn, Elias? Lege doch mehr Wachholder auf die Gluth!“
„Sagt mir doch'mal, Meiſter Nepomuk,“ verſetzte Elias,„warum wir denn eigentlich die Gruft lüften und ausräuchern müſſen?“
„Die allergnädigſte Fürſtin hat es befohlen,“ erwiederte Nepomuk vornehm.„Das ſollte uns genug ſeyn. Jedoch halte ich dafür, der vortreffliche Prinz Bernhard wünſche die Ruheſtätte ſeiner Ahnen von mütterlicher Seite in Au⸗ genſchein nehmen zu wollen.“
„Ich dächte gar;“ lachte Chriſtoph.„Er iſt ſeit heute Vormittag mit ſeinem wilden Heer auf die Jagd gezogen. Lebendiges Wild iſt ihm lieber, als die verwitterten Kno⸗ chenhäuſer hier unten. Ich will's Euch beſſer ſagen. Des Pfarrherrn Bruder iſt mit ſeiner Eheliebſten heute Nachmit⸗ tag von Auſterlitz hier angelangt, nämlich im Dorfe bei dem Bruder. Vermuthlich wird der Pfarrer ſeinen Bluts⸗ freunden die Ehre anthun, und ihnen alles zeigen wollen, was unſer Schloß Merkwürdiges enthält. Ihr wißt, daß es ihm bei der gnädigen Frau nur ein Wort koſtet...
„Ja wohl, ach ja wohl!“ ſeufzte Nepomuk,...„frei⸗ lich wiſſen wir das. Die gnädigſte Frau iſt darinnen ein Bischen eigen... na! es iſt meine Sache nicht, ihr Thun
und Laſſen zu meiſtern, obſchon ich in meinem ſchlichten Sinne


