322 Kaum ſank auch die Sonne, als Archimbald ſchon die Reiſe nach der Gruft antrat. Bald hatte er die Treppe erreicht, und befand ſich ſchon an ihrem Ausgange, als ihn der Klang mehrerer Menſchenſtimmen in dem Gewölbe ſtutzig machte. Er ſtand ſtille, noch zeitig genug, um nicht von den in der Gruft Handthierenden geſehen zu werden.
„Horch!“ ſagte der eine...„Chriſtoph! hörſt Du nichts? Es hat geraſchelt und gerauſcht.“
„Wo?“ fragte Chriſtoph.
„Dort, bei der kleinen Treppe...“ verſetzte der erſte, in dem Archimbald Elias erkannte.„Laß uns nachſehen, ob nicht ein Spitzbube...
„Befehlt dem Herrn Eure Wege... fiel Nepomuls Stimme ein,...„und laßt ab von Eurem frevelhaften Un⸗ ternehmen. Dort hauſen nicht gefährliche Menſchen, ſondern gefährlichere Geſpenſter. Ich möchte um keinen Preis die Treppe beſteigen, abſonderlich zu dieſer Friſt, wo es Abend werden will.“
„Brr!“ rief Chriſtoph.„Alle gute Geiſter!“
„Wer ſpuckt denn aber auf der Treppe?“ fragte Elias.
„Wer anders, als der ſelige Herr?“ erwiederte Nepo⸗ muk kläglich.„Hat er nicht dieſe Treppe aus ſeinen Zim⸗ mern herunterleiten laſſen, um in finſtern Nächten bei'm Scheine einer gebannten Lampe, durch geheime Künſte die Geiſter ſeiner Altvordern zu beſchwören, und von ihnen das Schickſal ſeines Hauſes zu erkunden?“
„Behüte uns der Herr in Gnaden!“ murmelten die Zu⸗ hörer.
„Solch verderbliches Eindringen in die Geheimniſſe der
Todten,“ fuhr Nepomuk fort,„bringt aber niemals gute


