Teil eines Werkes 
2. Band, Der Bastard : eine deutsche Sittengeschichte aus dem Zeitalter Kaiser Rudolph des Zweiten : 1. Theil (1838) Der Knabe und der Fluch seiner Geburt
Entstehung
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ihm zuneigend, ihn ermunternd, die ſchwere Wahl der Ei⸗ nen zu treffen. Ludmille hatte ſein Herz beſtochen, Zenide ſeine Sinne entflammt,... Leila, die Unbeachtete, beſiegte beide. Ludmillen galt ihr Stolz mehr als die Liebe, Ze⸗ niden ſein Körperreiz mehr, als ſein Gemüth,... Leila verſagte die Gunſt eines Kuſſes, warf ſich aber als demü⸗ thige Sclavin in den Staub vor dem Gebieter, während ihr unnennbarer Zauber das Herz des Herrn in Feſſeln ſchlug. O, wie bereute der Jüngling jeden Blick, den er Ludmillen geſchenkt; jede Liebkoſung, die er an Zeniden verſchwendet hatte ſie ſchienen ihm Frevel an Leilas ſtiller Liebe zu ſeyn; ſie allein behauptete in ſeiner Bruſt den erſten Platz, denn die hingebende Demuth des Weibes beſticht die Eitelkeit des Mannes, der ſeine Kraft und Hoheit gerne von dem Gegenſtande feiner Liebe anerkannt ſieht. Mit der ſchönen Türkin und ihrem Bilde beſchäftigt, erwartete Archimbald die Stunde, in der ihn Ludmille beſchieden, die Stunde, in der ſie ſich vorgenommen hatte, den Weg ihrer beiderſeitigen Trennung kaltblütig vorzuzeichnen.Nein! wiederholte er;ſie hat mich nicht geliebt. Eiſige Kälte, kein lebenswarmes Blut rieſelt in ihren Adern. Sie hat nicht geliebt, wird nimmer lieben können, wie Leila!

Taub gegen die Stimme der Vernunft, die für Ludmil⸗ lens Betragen das Wort führte, bemühte ſich der verblen⸗ dete Jüngling in ſeinem Herzen das Gefühl zu erſticken, das ihn noch an die Angebetete band. Sein angeborner Starrſinn trat hinzu, und diktirte ihm folgende Zeilen in die Feder:Gnädigſte Prinzeſſin!... Eure Worte fielen in ein aufmerkſames Ohr. Ihr ſeyd die Fürſtin, ich der Knecht. Mein Urtheil iſt geſprochen, und ich weiche Euerm