Teil eines Werkes 
2. Band, Der Bastard : eine deutsche Sittengeschichte aus dem Zeitalter Kaiser Rudolph des Zweiten : 1. Theil (1838) Der Knabe und der Fluch seiner Geburt
Entstehung
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geläufig aus unſerm Munde. Dann iſt der Name Arch.. im bald.. ſo breit, ſo lang. Er ſoll uns erlauben, ihn Achmet zu nennen, wie unſer geliebter Bruder heißt.

Ja, guter Archimbald verſetzte Leila, ſeine Hand drückend.Thue das, laß uns Dich Achmet heißen. Wir ſtellen uns dann vor, Du ſeyeſt der unſern einer, der hoch⸗ herzige Bruder, von dem wir leider weit entfernt, unſer Leben vertrauern müſſen. Sey Du Achmet, unſer Bru⸗ der an ſeiner Statt.

Freundlich nickte Archimbald ein bereitwilliges Ja. Die Mädchen hüpften vor Freude, und verſprachen ihm, ſich des Schweſternamens und des ſtattlichen Bruders würdig zu zeigen. Als ſie ſich endlich behutſam wieder entfernen woll⸗ ten, hielt ſie Archimbald zurück, und ſeine Geberde forderte von Jeder den Schweſterkuß. Zenide erfüllte ſchnell ſein Verlangen. Leila ſchüttelte aber ſanft lächelnd das Haupt. Sie kniete vor dem Staunenden nieder, küßte ſeine rechte Hand, ſein Knie, und ſtellte dann ſeinen Fuß auf ihren Kopf; verharrte einige Augenblicke in dieſer Stellung, und ſtand alsdann auf, ihm die Stirne zum Kuſſe reichend.

Du biſt mein Herr, ſprach ſie darauf ſchwärmeriſch, und mit dieſer Huldigung habe ich mich Dir geweiht, bis an mein Lebensende. Gebiete über mich. Sey es mein Tod,meine Schandez... nimmer wirſt Du mich meinem Gelübde untreu, Deinem Willen ungehorſam erfinden. Wo⸗ wann und wie uns auch der Prophet zuſammentreffen laſſen möge, in Glück oder Noth, früh oder ſpät, hier oder im Vaterlande... ich theile Alles mit Dir; den Becher der Freude, den Heller der Armuth, den Todeskampf!