Teil eines Werkes 
2. Band, Der Bastard : eine deutsche Sittengeschichte aus dem Zeitalter Kaiser Rudolph des Zweiten : 1. Theil (1838) Der Knabe und der Fluch seiner Geburt
Entstehung
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Meine Schweſter theilt meine Neigung zu Dir, fuhr die Letztere fort.Ich bin aber deßhalb nicht eiferſüchtig, wie die Weiber Eures Landes. Die Sitte unſerer Heimath iſt Urſache daran. Von früher Jugend an werden wir an⸗ gehalten, uns an den Gedanken zu gewöhnen, einſt mit mehreren Gefährtinnen die Liebe eines Gatten zu theilen. Ich habe alſo dem Verlangen Leila's, Dich zu ſehen, nicht widerſtanden, ob ſie gleich kaum vor zwei Stunden das Schmerzenlager verlaſſen hat, und finde in der Nebenbuhle⸗ rin zugleich die beſte Wache vor Deinem Ungeſtüm und meiner Liebe.

Archimbald wurde feuerroth, da er aus Zenidens Munde dieſe ſchonungsloſe Erinnerung an den vorgeſtrigen Abend hören mußte; und er hätte Alles darum gegeben, wenn Leila nicht zugegen geweſen wäre.

Du haſt ihn böſe gemacht, flüſterte dieſe, als ſie die düſtre Stirne Archimbalds bemerkte.

Das wollte ich nicht, erwiederte Zenide eben ſo unbe⸗ fangen,und er wird wohl ſo vernünftig ſeyn und wieder gut werden, wenn er ſieht, daß wir ihn beide herzlich lieben.

Wie einen Bruder! fiel Leila ein.

Mehr als einen Bruder! ſetzte Zenide hinzu.Er muß uns dafür auch einen Gefallen thun.

Fragend ſah Archimbald die Mädchen an, und faßte ihre weichen Hände.

Welchen meinſt Du? fragte Leila halblaut, und ſchlug ihr großes dunkles Auge zu ſeinem Antlitz auf.

Der Name, den er führt, fuhr Zenide fort.. viſt häßlich. Die ſchweren deutſchen Worte wollen nicht recht