Teil eines Werkes 
2. Band, Der Bastard : eine deutsche Sittengeschichte aus dem Zeitalter Kaiser Rudolph des Zweiten : 1. Theil (1838) Der Knabe und der Fluch seiner Geburt
Entstehung
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Der tückiſche Graukopf brüllte ihn aber an:Schweig, Lotterbube! ich ehre unſern edlen Herrn, Gott habe ihn ſelig! und ſeinen wackern Sohn, den Meiſter Philipp, aber ſeinen Baſtard verabſcheue ich, und war bis jetzt nur zu mitleidig gegen ihn. Aber Alles hat ſein Ziel, und...

Simon! Simon! fiel dem rohen Menſchen die empörte Sabine in die Rede...Bedenkt Euere grauen Haare, und erbarmt Euch des Unmündigen. Ueberlaßt es wenigſtens dem neuen Herrn, des Knaben Schickſal zu entſcheiden. Er trägt gewiß ein menſchlicheres Herz in der Bruſt, und wird den Bruder nicht verſtoßen. Ich kann leider für den Armen nichts mehr thun, aber er ſoll nicht aus dem Hauſe, bevor ihn nicht der Herr geſehn, und über ihn entſchieden. Ich leide es nicht, und koſtete es mich zehnmal den Dienſt.

Freche Dirne! ſchnauzte ſie der Alte an:Euch geht ja die Zunge wie ein Mühlrad. Müßt ein beſonderes Wohl⸗ gefallen an dem rothköpfigen Milchgeſicht gefunden haben. Haben es Euch vielleicht die frechen Augen des Sündenſohns angethan?

Ihr ſeyd ein boshafter Läſterer! erwiederte Sabine, vor Aerger roth werdend,und werdet in Eurer Sünden Blute zur Grube fahren, wenn Ihr die Barmherzigkeit ge⸗ gen das Kind abſchwört. Gedenkt nur an den ſchnellen Tod des ſeligen Herrn,.. wenn Euch nun gleiches Lvos träfe? oder wenn er ſelbſt noch herüberkäme, als Geſpenſt, aus je⸗ nem Leben, um Euch zur Rede zu ſtellen?

Dem alten Menſchen ſchauerte die Haut, und das ge⸗ ſpenſtige Geſicht von jenem Sonntagsabend zuckte vor ihm auf. Er blinzelte ſcheu mit ſeinen grauen Augen, und brummte mürxiſch vor ſich hin:Mag ich des Todes ſeyn,