Teil eines Werkes 
2. Band, Der Bastard : eine deutsche Sittengeschichte aus dem Zeitalter Kaiser Rudolph des Zweiten : 1. Theil (1838) Der Knabe und der Fluch seiner Geburt
Entstehung
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wann und wie ich will... wir ſtehen in Gottes Hand, und ich bin bereit. Aber dennoch freut es mich in der Seele, daß Herr Wernher gerade zur rechten Zeit hinübergegangen iſt; ehe er noch ſeinem rechtmäßigen Sohne das Erbe ſchmä⸗ lern konnte, um den Buben ſeiner Metze zu bereichern. Wollt Ihr im Uebrigen dem jungen Herrn Wernher ſeinen Eintritt in's Vaterhaus vergällen, ſo bleibe meinetwegen das Früchtchen da. Ich waſche meine Hände in Unſchuld. Der Unhold entfernte ſich, ehe Archimbald Zeit und Worte gewonnen hatte, ſeinem grauſam mißhandelten Gefühle durch Verwünſchungen Luft zu machen Deſto unbändiger war aber der ſpätere Ausbruch ſeiner Wuth, und Sabine durfte ihre ganze Beredtſamkeit aufbieten, den aufgereizten Knaben zu beſchwichtigen, der in ſeinem zarten Alter ſchon eine Un⸗ biegſamkeit des Characters verrieth, welche, verbunden mit ſeinem vorgereiften Flammengeiſte, für die Zukunft entweder die größten Hoffnungen oder die traurigſten Beſorgniſſe er⸗ regen mußte.

Mit dem liebreichſten Zureden, mit Bitten und Thränen, brachte die treue Wärterin ihren Schützling endlich dahin, daß er verſprach, ruhig und gefaßt die Ankunft ſeines Bru⸗ ders zu erwarten, ihm eben ſo gleichmüthig vor Angen zu treten, von ſeinem brüderlichen Herzen eine glimpfliche Be⸗ handlung zu heiſchen, und in Allem auf Gott zu vertrauen.

Am Morgen des entſcheidenden Tags kleidete Sabine den Knaben in ſeine beſten Kleider, ordnete ſeine Locken auf das Sorgfältigſte, und ging dann ihre Geſchäfte zu beſor⸗ gen, denn das Haus wurde auf's Beſte ausgeputzt⸗ alles ſpiegelblank und ſauber gemacht, um den neuen Eigenthümer gebührend zu empfangen. Archimbald hielt ſich indeſſen⸗