Teil eines Werkes 
2. Band, Der Bastard : eine deutsche Sittengeschichte aus dem Zeitalter Kaiser Rudolph des Zweiten : 1. Theil (1838) Der Knabe und der Fluch seiner Geburt
Entstehung
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Nicht dieſen finſtern Blick! nicht dieſes Schnauben

Verhalt'ner Wuth! Es iſt kein abgeriß'nes

Meduſenhaupt, was Du betrachten ſollſt,

Dein Bruder iſt's, der zu Dir kam.

Euripides. Junge Blüthen ſtreift der Sturmwind am leichteſten von

den heimiſchen Zweigen. Hat der fürchterliche ſie aber blos leicht beſchädigen können, ſo richtet immer jugendliche Kraft und balſamiſcher Thau die Geknickten bald wieder auf. Auch Archimbald genaß. Der frommen Magd und ſeiner feſten Natur dankte er allein ſein Leben. Denn, als ſein Vater hinausgetragen war zum Friedhofe, hatte ſich Alles fremd abgewendet von dem Verlaſſenen. Simon, der ſeine Tücke jetzt recht offen zur Schau ſtellte, hatte, ein treuer Vollſtrecker der Befehle Thurneiſens, den Aermſten ſeines Lagers beraubt, ihn in der Fieberhitze aus der Kammer ge⸗ worfen, und ihm alle Nahrung, allen Beiſtand verſagt. Sa⸗ bine war die Einzige, die der Grauſamkeit offen widerſtrebte. Sie bettete den ſinnloſen Knaben in ihr eigenes Stüblein, pflegte ihn, wie eine Schweſter, that für ihn weit über ihre Kräfte, und ſah endlich mit inniger Freude ihre ſchöne Be⸗ mühung belohnt. Der Knabe erholte ſich aber nur langſam,