nach langer Pauſe aus tiefſter Bruſt.„Es hat ſich geeig⸗ net! Ein Unglück muß geſchehen ſeyn.“
Ein ſchneller Entſchluß riß ihn zum Handeln auf. Er zog den ſchaudernden Knaben mit ſich aus dem Gemache, übergab ihn der Sorgfalt der herbeieilenden Sabine, und ſtürzte halb ſinnlos nach dem Hauſe des Syndicus.
Vor einer Viertelſtunde hatte man noch den Jubel der frohen Gäſte deſſelben weit hinaus durch die ſtille Nacht vernommen, aber die letzten Minuten hatten viel geändert. Erleuchtet waren noch die Fenſter, aber Saiten⸗ und Trom⸗ petenklang, wie der Trinkgeſang froher Zecher war ver⸗ klungen. Ein ſtummes, ängſtliches Treiben war im Hauſe, und auf der Straße hatten ſich die Nachbarn geräuſchvoll verſammelt, die ſich mit bedenklichen Worten und Geberden gegenſeitig zu unterrichten ſchienen.
„Was giebt's, ihr Leute?“ fragte Simon mit ahnender Seele.— Scheu wichen alle Naheſtehende den wohlbekann⸗ ten Alten aus. Seines Herrn Namen hörte er jedoch hin und wieder im Haufen nennen. So gelangte er in die Pforte; da begegnete ihm ein Diener.„Ach, zu ſpät, Simon!“ rief ihm dieſer zu,„zu ſpät! löſche deine Leuchte aus. Auf Erden bedarf Herr Wernher ihrer nicht mehr.“
„Unglücksprophet!“ ſchrie ihn der Alte verzweifelnd an⸗ und rannte die Treppe hinauf, drang in das Tafelzimmer, und ſah die zahlreiche Gaſtverſammlung die lebloſe Hülle ſeines Gebieters umſtehen. Die Hand Gottes hatte ihn ge⸗ troffen, mitten unter den Freuden des Mahls,„hatte das graue Haupt, unter dem es noch jugendlich geſtürmt und geglüht, niedergedrückt aus dem friſchen Leben auf den dunkeln Sargpolſter. Unwiſſend hatte er an des Syndicus


