18
ſelbſt die Schrift geſehn, in der mir der Vater vieles Geld ſchenkt, und ſeine goldene Kette und ſeinen ſchönen Degen. Mit dem ziehe ich in den Krieg, wenn ich groß bin, wie der Ohm Ehrenfried, bringe viele Schätze mit, und hernach, Trudchen, wirſt du meine Frau.“
Trudchen lächelte. Bis dahin, meinte ſie, würde noch mancher Tropfen die Donau hinunterfließen.„Du biſt auch ein närriſcher Menſch,“ ſetzte ſie bei.„Warum ſoll ich denn gerade Deine Hausfrau werden? Ich möchte lieber Deine Schweſter ſeyn.“
Archimbald ſchüttelte halb ärgerlich den Kopf.„Ich habe Dir ſchon erzählt,“ ſprach er,„daß es mir geträumt hat, wir würden Mann und Frau, und darauf habe ich Stern⸗ und Gänſeblümchen gezupft, und ſie haben immer: Ja ge⸗ ſagt. Darum laſſe du mich nur erſt zwanzig Jahre alt wer⸗ den dann hol' ich dich heim, mein blauäugiges Trud⸗ chen!“
Trudchen kneipte ihn muthwillig in die Hände. Er nahm ſie beim Kopf und gab ihr einen derben Kuß. Sie ſchlug den Wildfang in's Geſicht.. da knarrte die Thüre des Neben⸗ hauſes; man vernahm Gertrudens Mutter mit lauter Stimme Abſchied nehmen; Trudchen ſchob ängſtlich das Fenſter zu; Archimbald flüſterte ein leiſes„Schlafe wohl!“ und kroch auf allen Vieren an der heimkehrenden Mutter vorbei, deren blöde Augen den ſcheuen Freier nicht gewahrten.
Voll von den Gedanken an ſein Trudchen, deren liebrei⸗ zendes Weſen in dem Knaben das dunkle Gefühl emporkei⸗ mender Liebe erzeugt hatte, kam Archimbald in dem väterli⸗ chen Hauſe an. Still, wie ſonſt, lag die weite Hausflur, der dunkle Hof;z aber mit einer beſondern Scheu ſchlich heute


