Teil eines Werkes 
2. Band, Der Bastard : eine deutsche Sittengeschichte aus dem Zeitalter Kaiser Rudolph des Zweiten : 1. Theil (1838) Der Knabe und der Fluch seiner Geburt
Entstehung
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Küche, und brummte in den Bart: Hm! es ſoll nicht ſeyn; es ſoll nicht ſeyn!

Was ſoll nicht ſeyn? fragte Archimbald, dem kein Wort entging.

Simon ſchwieg eine Weile. Ich wollte euch eine Freude machen, ſprach er endlich; euer Leibgericht euch aufſtellen. Hirſebrei? fragte der Knabe, aufhorchend.

Errathen, Herrlein, verſetzte Simon. Ich hätte ihn mit dem koſtbaren Zimmet gewürzt, den euer Bruder neulich mit den andern ſchönen Sachen fur den Vater ſchickte.

Mein Bruder? ſprach Archimbald hämiſch lachend. Ich mag nichts von ihm, kann ihn nicht leiden.

Ei warum denn nicht? forſchte der Diener.

Weiß nicht recht, verſetzte Archimbald. Aber genug; es iſt ſo: Vater Wernher kann ihn auch nicht leiden. Er hatte ſeine eigene Mutter umgebracht, und die meinige gehaßt, und er haſſe mich auch, und habe mir oft die Peſt an den Hals gewünſcht. So ſagte der Vater oft, und ob ich ihn gleich nie geſehen, den Philipp, ſo iſt er mir doch zuwider wie Wermuth.

Wenn ihr ihn kennen lerntet... meinte Simon.

Will ihn nicht kennen lernen, erwiederte der Knabe heftig, und ſtampfte mit dem Fuße. Er ſoll mir nicht ins Haus, ſo lange ich darinnen bin. Ich weiß wohl, alter Simon,.. denn ich habe meine Ohren überall... daß mich viele Leute nicht gerne haben. Der Ohm Leonhard, die Baſe Lai⸗ bingerin, der Vetter Thurneiſen können mich nicht ausſtehen. Wenn die Sippſchaft einmal bei dem Vater zuſammenkömmt, darf ich mich nicht ſehen laſſen. Ja, wenn der Ohm Ehren⸗ fried noch hier wäre! Aber er iſt in den Krieg gezogen nach