ſie euch liebte,. wie ſie endlich dahinſterben mußte, ſo elen⸗ diglich!...
Ach, fuhr Herr Wernher fort, ſich die Augen trocknend. Es wird mir immer trüber vor dem Blicke, wenn ich an ſie denke. Sie war ſo gut, aber dennoch haßte ſie der heran⸗ wachſende Bube, der Philipp, wurde ein boshafter Kund⸗ ſchafter im Hauſe, und darum ſchickte ich ihn fort, in die Niederlande, um die Handlung zu erlernen.
Er ſoll ein wackerer Kaufherr geworden ſeyn: meinte Simon.
Ach ja, ſeufzte Wernher. Leider zeigte er Geſchick zur Kaufmannſchaft. Aber beinahe wünſchte ich, er möchte das Kriegshandwerk ergriffen haben. Entweder hätte er in den flandriſchen Trubeln ſein Glück gemacht, oder eine ſpaniſche Falkonetkugel hätte ſeinen Heuchlergeiſt frei gemacht von den Banden des Leibes.
Seyd Ihr denn nicht zu hart gegen den eignen Sohn?
fragte Simon demüthig. Das verſtehſt du nicht, erwiederte barſch der Rathsherr. Genug; ich kann ihn nicht leiden, und gäbe meine Hand darum, wenn Archimbald mein einziger rechtmäßiger Sohn wäre.. der Erbe meiner Habe und meines Namens. Er wäre es auch, der brave Junge, wenn nicht ein hartes Schickſal mir ſeine liebe Mutter gerade am Vorabende des Tags, wo ich ſie zu meiner ehelichen Hausfrau machen wollte, entriſſen hätte!... naz ſetzte Wernher hinzu, und fuhr ſich über die Stirn... Gott habe ſie ſelig, und dem Buben ſoll auch nichts abgehen. Philipp iſt zwar mein Erbe, aber ein ſtattliches Vermächtniß habe ich dem Archimbald ausgeſetzt, von dem er wird leben können und ſich gütlich thun.


