Teil eines Werkes 
4. Band (1844)
Entstehung
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der Sturmwind wehte aus Weſten. Als ſie in die

Löwenburg einzogen, loderte das große Gebäude ſchon

in hohen Flammen und röthete die Wolken. Jammer⸗

getöne und Angſigeſchrei erſchallte bis nach der Burg,

miſchte ſich fürchterlich unter den Rachejubel der itter.

Der König eilte den Kommenden bis in den Vor⸗ hof entgegen; er ging mit grimmigem Blicke die Ge⸗ fangnen vorüber, und blieb bei Wellberg ſtehen. Ich will mein gegebenes Wort erfüllen, ſprach er, geh' und ſondere die Unſchuldigen von den Mördern, und führe die jetztern zur Rache herbei. Wellberg ward abgeführt, und kehrte bald in der Mitte von ſiebenzig Gefangnen zurück, welche er laut des Mordes der Edlen anklagte. Tritt aus ihrem Kreiſe, ſprach der König, dein offnes Bekenniniß, deine Reue würden die Rache ſchwächen, die ich an den Uebrigen üben muß. Ich will dich nicht hindern, das Werk deiner Buße zu vollenden, du ſollſt ſie im ewigen Kerker üben können. Vorher aber mußt du Zeuge ſeyn, wie ich richte, wie ich räche, damit du lebhaft fühlſt, was auch du verdient hätteſt. Der Hatptmann des ſchwar⸗ zen Bundes wollte nun ſprechen, aber der König hörte ſeine flehende Stimme nicht; er gebot den Main⸗ zern und Heſſen, daß ſie ſeiner im Vorhofe harren, und winkte den Rittern des Löwens, daß ſie die Ge⸗ ſangnen in ihre Mitte nehmen und ihm folgen ſollten⸗ Er führte ſie nach dem Bundesſaale. Hier begann, prach er langſam und feierlich, euer ſchändliches Bu⸗ benſtück, hier ſoll auch unſere Rache beginnen! Auf ſeinen Wink erſchienen einige Knechte, welche Schilder und Schwerter der Gefangnen trugen; ſie zerbrachen die letztern und zertrümmerten die erſtern. Geſchän⸗ dete; geächtete Meuchelmörder, ſprach der König auſs