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Ich ward aus Gewiſſenspflicht Verräther meines Bun⸗ des, ich will ſie muthig vollenden.
Wie die Ritter ausgezogen waren, befahl der Kö⸗ nig, daß man die ermordeten Helden nach der Kapelle tragen und in der Gruft derſelben beerdigen ſollen; doch gebot er ausdrücklich, daß man alle diejenigen, welche Harniſche trugen, in der Mordhöhle ſollte ungeſtört liegen laſſen, weil er dieſe für Mörder achtete, da nach Wellbergs Ausſage die ächten Ritter des Löwens nicht geharniſcht waren. Die Prieſter ſeines Heeres mußten den Leichen der Redlichen folgen und ihre Ruheſtätte einweihen. Ehe der Abend nahte, war alles geendigt; der König nahm die Weiber in Arm und ging mit ihnen zum Grabe der Helden, um in ihrer Geſellſchaft ihren Tod zu betrauern und ihren Seelen ein andächtiges Gebet zu weihenz es war an⸗ haltend und inbrünſtig. Als es ſchon ringsumher däm⸗ merte, kehrte er erſt zurück, und mühte ſich aufs neue, vas Herz der Verlaßnen mit Troſt zu ſtärken.
Uum Mitternacht verkündigte der Wächter die An⸗
kunft der zurückkehrenden Ritter; ſie hatten ohne Kampf
und Fehde ihren Endzweck erreicht; als ſie ſich eben der Höhle nähern wollten, zog erſt der Hauptmann
nebſt den neun Auserwählten den Pfad herauf. Sie
erkannten den erſtern ſogleich, umringten alle, und
führten ſie gefangen in ihrer Mitte. Da Wellberg den
Rittern erzählt hatte, daß das nahe Kloſter die Ver⸗ ſammlungsſäle der ſchwarzen Brüder enthalte, dor ihr Archiv und ihre Schätze ruhten, und jeder Neit ling allda in den Bund eingeweiht werde; ſo h3
auf dem Rückwege Ingrimm und Rache ihre Herzen er⸗ füllt: ſie konntens nicht dulden, daß die ſtolzen Thürme ihnen känger noch Trotz und Hohn böten; ſie ſchleu⸗ derten in die nahen Gebäude ihre brennenden Fackeln;


