am ſpäten Abende im Erker, ſtarrte in die dunlle Ferne, und weihte den tapfern Helden und treuen Freunden Thränen in Menge. Eben wollte er ſein Auge zum Himmel emporheben und den Ermordeten Rache ſchwören, als es an der Thüre ſeines Gemachs raſchelte; er wandte ſich ſchaudernd um. Adelheid, Ludwigs Gattin, trat ein, ſie trug ihren ſchlafenden Sohn auf ihrem Arme und legte ihn zu des Königs Füßen nieder. Gram und Schmerz, ſprach ſie laut ſchluchzend, nagt ſchrecklich an meinem Herzen, ich weiß nicht, wann ich enden werde. Sey und werde du des Verlaßnen Vater, Ludwig war einer derjenigen, welche dich auf Siciliens Thron ſetzten, vergilts der Waiſe, was du dem Vater ſchuldig biſt! Der gerührie König nahm das ſchlafende Kind in ſeine Arme und hobs hoch in die Höhe. Erſt ſein Rächer, ſprach er langſam und feierlich, dann dein und ſein Tröſter, ſo lange ich athme und lebe!—— Wie er dieſe Worte ausgeſprochen hatte, wars ihm, als ob eine kalte Hand die ſeinige faßte und männlich vrückte. Er taumelte nach dem Lager und legte den ſchlafenden Knaben darauf. Adelheid(ſtandhaft). Was ſahſt du?
Der König. Meine erhitzte Einbildungskraft führte.
mich irre. Ich glaubte——— Adelheid. Was du nur glaubteſt, geſchah gewiß. Mein Ludwig ſtand in dieſem Augenblicke zwiſchen dir und mir, ſeine Hände faßten mich und dich, er blickte mit Wehmuth auf ſein Kind, und ſchien dir in ſeinem Namen für den verſprochenen Schutz zu danken. YNach langen Jahren ſprach der König noch oft von dieſer Erſcheinung, und Adelheid glaubte ſie feſt bis an ihren Tod. Am andern Morgen verſammelte der König dit Ritter des Löwens im Bundesſaale; er beſtig den ver⸗


