Teil eines Werkes 
4. Band (1844)
Entstehung
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drücklich heiſchten, daß wir alle Schreiben, welche von 6

Mainz anlangten, ins mit ihnen verbrüderte Benedik⸗ tiner⸗Kloſter ſenden ſollten, ſo folgerte er ganz natür⸗ lich, daß die Meineidigen ſich wahrſcheinlich mit dem ſchwarzen Bunde vereinigt hätten, vielleicht durch dieſe zu der ſchändlichen That wären verleitet worden. Er ermahnte uns daher, die verrätheriſche Burg, welche wahrſcheinlich von Feinden umgeben ſey, zu verlaſſen, und uns vor aller Augen zu verbergen. Er verſprach überdies, uns von allem Rachricht zu geben, und ge⸗ treu zu berichten, was ſich ferner zutragen würde. Wir zogen dieſen Morgen ingeheim aus, nahmen nur dieſe wenigen Getreuen mit uns, und wollten ins Iffen⸗ thal ziehen, weil Adelheide auch mit Recht um das Leben ihres Vaters zagt, und dort vielleicht tröſtende Nachricht von ihm zu hören hofft.

Friedrich erzählte ihnen ebenfalls alles, was ſich ſeit ſeiner Abreiſe mit ihm zugetragen hatte; er war

nebſt allen Rittern der Meinung des Eremiten, weil

die Ausſage des Verwundeten ihren Verdacht nun um ein Großes mehrte. Eben zog ſein Heer vorüber, er gebot, daß es ſich nahe an der Löwenburg lagern und dort einige Tage ruhen ſolle. Ich will, ſprach er zu den Weibern, ſtrenges Gericht halten, mit Gottes Hilfe die frevelhaften Mörder entdecken und ſtrafen.

Auf ſein Beheiß mußten die Weiber ihm dahin folgen;

traurig zogen die Ritter in die verödete Burg ein, keine Ritter erſchienen, keiner forſchte: ob dies der Tritt des Löwens ſey? Tief nachdenkend und mit ge⸗ falteter Stirne ſaßen ſie im ſonſt ſo angenehmen Trink⸗ ſaale, und wollten den Wein nicht trinken, welchen die trauernden Wittwen kredenzten und mit ihren häufigen

hränen wäſſerten. Sie konnten nicht ruhen, nicht raſten, und ſchritten bis an den Morgen ſchlaflos im

emache auf und nieder. Auch der König ſtand noch