Teil eines Werkes 
4. Band (1844)
Entstehung
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hauptmann und unfre Ritter daheim geblieben? Ob wir Nachrichten von ihnen erhalten, oder ſie wieder erwarteten? Wir zeigten ihm die Schreiben, welche wir durch verſchiedene Boten erhielten, und tröſteten den gutherzigen Alten mit der Verſicherung, daß die Ritter geſund und bald heimkehren würden. Er durch⸗ las mit gierigem Blicke die Briefe; neue Thränen ſtürzten aus ſeinem Auge. Weh mir, rief er klagend aus, weh mir, daß ich euch Ruhe und Troſt rauben, euch durch ſchreckliche Nachricht zur Verzweiflung reizen muß, aber auch euer Leben ſchwebt in Gefahr, und dies zu retten iſt Pflicht. Er erzählte uns nun, daß an der Oeffnung einer Höhle, welche der Bund zu ſeinen Geheimniſſen eingeweiht habe, ein Kreuz ſtehe, bei welchem er jeden Monden einmal mit Aufgang der Sonne ſein Gebet dem Welterlöſer opfere. Wie er eben am Morgen dieſes Gelübde erfüllen wollte und an der Oeffnung der Höhle vorüberging, dampfte ihm Todtengeruch aus ſolcher enfgegen; er ſtieg hinab; der Geruch mehrte ſich; da aber kein Tageslicht ins Innere der Höhle fällt, ſo holte er Fackeln herbei. O ich vermags nicht, euch wieder zu erzählen, was er ſah. daut weinend) Viele der treueſten Löwenritter lagen zerſtreut und ermordet am Boden umher, unter ihnen Nein! Nein! Ich fühle mich unfähig, den ſchrecklichen Anblick aufs neue zu beſchreiben!

Agnes(ſich die Thränen abwiſchend). Ich wills an eurer Stelle thun, die Hoffnung zur Rache belebt meinen Muth, ſie iſt der noch einzige Wunſch meines Herzens, ich will ihn nach Kräften fördern. Unter den Ermordeten fand er auch den ehrwürdigen Bundes⸗ hauptmann, ſammt Friedrichen, Ludwigen, Eſchenbach hre Stimme bricht, und mein Heinrich. Gräßliche Wunden, noch gräßlichere Verweſung entſtellte bereits ihre Körper, er konnte bei einigen nur muthmaßen,