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Agnes. O forſcht und fragt nicht, wies geſchah oder geſchehen konnte? War't ihr auch nicht bei der That zugegen, ſo geſchahs doch wahrlich mit eurem
Willen. Wer ſonſt als ihr, hätte uns ſo lange mit
erdichteten Briefen äffen können?— Zieht hin nach der öden Burg, nehmt ſie in Beſitz, weiht ſie zu euern Schandthaten ein, aber ſchaudert auch zurück, wenn ihr die Erſchlagnen ſchon halb modernd erblickt. Die Verweſung wird euch ſchrecklich angrinzen, euch lauter als wir zurufen: Seht die Frucht eurer verruchten That!
Lange mußten die erſtaunten Ritter noch fragen, und die trauernden Weiber antworten, ehe ſie etwas Zuſammenhängendes erfahren konnten. Schwerer noch als dieſes ward es ihnen, ihre volle Unſchuld darzu⸗ thun, ſich vom ſchwarzen Verdachte zu reinigen, wel⸗ cher im Herzen der Weiber tiefe Wurzel gefaßt hatte⸗ Nach und nach gelang es ihnen doch; die Weiber blickten zwar noch immer weinend, aber doch auch hof⸗ fend in ihr Geſicht, weil ſie ſolche als redlich erkann⸗ ten und die Rächer des Mords in ihnen zu finden glaubten. Klara übernahms endlich; den Rittern alles zu erzählen, was ſich ſeit ihrer Abreiſe auf der Burg
zugetragen hatte. Ich will nicht wiederholen, was
meinen Leſern ſchon längſt bekannt iſt, nur ihr erzäh⸗ len laſſen, wie ſie zwar nicht die Art, aber doch den ſchrecklichen Mord, welcher an ihren Männern war verübt worden, entdeckt hatten. Eben, erzählte Klara
weiter, hatten wir aufs neue einen Brief von Frie
drichen erhalten, und freuten uns des Wohlſeyns unſter Männer, als der Einſiedler, welcher, am Abhange des Felſens ſeine Höhle hat, und nur der Bundesbrüder genannt wird, mit bleichem Angeſichte und thränendem Auge zu uns eintrat und emſig forſchte; wohin il Ritter des Löwens gezogen wären? Ob der Bundis


