Teil eines Werkes 
4. Band (1844)
Entstehung
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den Sieger werben wolle. Da mit eben dieſer Nach⸗ richt die Fürſten ringsumher ſich dem Könige nahten, ihm huldigten und für ihren rechtmäßigen König er⸗ kannten, ſo achtete es der König für nothwendig, dem fliehenden Otto zu folgen, und ihm nicht Zeit zu gön⸗ nen, mitten unter ſeinen Anhängern ein mächtiges Heer zu ſammeln. Die Abgeſandten des böhmiſchen Königs, welche im Namen ihres Herrn Friedrichen zur Errichtung eines Schutz⸗ und Trutzbündniſſes nach Eger einzuladen kamen, förderten dieſen Entſchluß ſehr.

Er brach eilend mit ſeinem Heere auf, und empfing noch auf der Reiſe die Huldigung vieler Städte. Um die dringende Bitte ſeiner wenigen getreuen, aber auch geprüften Löwenritter zu erfüllen, nahm er einen klei⸗ nen Umweg, zog nahe an der ſonſt ſo geliebten, jetzt mit Recht verhaßten Löwenburg vorüber. Er wollte auf Busmannshauſens Rath die Bewohner derſelben vor ſich laden, um zu hören: wie ſie ihr ſeltnes Be⸗ tragen rechtfertigen, oder das ſchwarze und dunkle Ge⸗ heimniß enthüllen würden?

Als er in dieſer Abſicht mit ſeinem Heere durch den Forſt zog, und die Begierde nach Aufklärung ihn nebſt den übrigen Rittern vorwärts trieb, ſahen ſie einen kleinen Haufen gegen ſich anziehen, in deſſen Mitte einige Weiber ritten. Sie ſpornten ihre Roſſe; der kleine Haufe zerſtreute ſich, die Weiber flohen wehkla⸗ gend und jammernd abſeits ins Dickicht. Nur mit Mühe konnten die Ritter den Fliehenden folgen; ſie erreichten ſie endlich am Dickicht, das ihre Roſſe nicht durchdringen konnten. Es war Klara, Agnes, Adel⸗ heid und Kunigunde; ſchwarze Trauerkleider deckten ihre Körper; die Thränen, welche in Menge über ihr bleiches Angeſicht rollten, bewieſen, daß ihre Trauer gerecht ſey. Adelheid hatte ihren Sohn im Arme und drückte ihn ſchluchzend an ihre Bruſt.