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Ritter Wellberg. Dieſe ſoll mir nicht ſchwer werden. Mehr als hundert meiner treuen Brüder ſchmachten in deiner Gefangenſchaft, nach der Ausſage des Todten waren ſie alle bei der erdichteten That gegenwärtig. Laßt ſie alle vorrufen, oder vernehmt jeden insbeſondere. Bekennt nur einer unter ihnen das ſchändliche Bubenſtück, ſo will ich mich für erwie⸗ ſen achten, und die gerechte Rache euch überlaſſen.
Der König. Sie waren alle Mitſchuldige der That, du kannſt ſie nicht als Zeugen deiner Unſchuld aufrufen.
Ritter Wellberg. Und ſoll die Ausſage eines einzigen ſchwer Verwundeten, eines mit dem Tode kämpfenden, wahrſcheinlich wahnſinnigen Ritters dieſe hundert ſammt mir verurtheilen und verbannen kön⸗ nen? Sehr wahrſcheinlich ſchämte ſich der Ritter ſeiner Wunde, die ein deutlicher Zeuge ſeiner Flucht war, erdichtete im heimlichen Ingrimme die Mähre, und wollte dadurch Rache an denjenigen üben, welche ihn zur Pflicht ermahnten.
Der König und die Ritter mühten ſich noch lange vergebens, den Thäter zu überzengen; er beſtand auf ſeiner Ausſage, läugnete die Gegenwart des Haupt⸗ manns der ſchwarzen Brüder, behauptete ſtets ſtand⸗ haft, daß der Bundeshauptmann des Löwens ihr An⸗ führer war, und nebſt den vornehmſten Bundesrittern in ihrer Mitte geſtritten habe. Als alle gefangne Rit⸗ ter im einzelnen Verhöre ein Gleiches beſtätigten, jeder das nämliche mit Eid und Wort bekräftigte, da wuß⸗ ten die Ritter aufs neue nicht, wie ſie ſich benehmen, wie ſie das dunkle Räthſel enthüllen ſollten.
Unter dieſer Zeit langte Nachricht beim Heere an, daß der überwundne Otto, nebſt einigen hundert Ge⸗ treuen in ſchneller Eile nach ſeinem Herzogthume Sach⸗ ſen flöhe und dort wahrſcheinlich ein neues Heer gegen


